Diamanten

Texte sind wie Rohdiamanten, je länger man an ihnen schleift, desto glänzender werden sie.
In Schnitt bringe ich pro Tag 3 Seiten zu Papier. Diese ersten Texte sind noch sehr roh, ähnlich wie der Bleistiftentwurf eines Malers. Inhalt und Action stimmen, aber es fehlen noch die Farbe und das Gefühl.
Ehe ich am nächsten Tag weiterschreibe, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, die Seiten der beiden Vortage noch einmal zu lesen. Es ist erstaunlich, wie viel man an einer Passage, von der man glaubte, sie sei rund, noch ändern kann.
Streichen, ergänzen, ersetzen, ...
Schleifen, schleifen und nochmal schreifen. Nach und nach bekommen die Texte Farbe und ich spüre, dass ich dem "Kino im Kopf" immer näher komme.
Jetzt gilt es aufzupassen und den Absprung zu finden. Denn irgendwann hat man das Gefühl, sich im Kreis zu drehen. Der Text wird nicht glänzender, sondern wieder stumpf.
Um es mit den Worten eines geschätzen Kollegens zu sagen: Wer zu viel ändert, läuft Gefahr, den Text zu "verschlimmbessern".
Das wäre fatal.
Heute habe ich beschlossen, die ersten beiden Szenen als "so weit fertig" zu betrachten.
Jetzt kommt meine Schwester als Testleserin zum Einsatz und danach ( also in ein paar Wochen, wenn die ersten 100 Seiten "so weit fertig" sind ) ist dann das Lektorat gefragt.
Mit dieser Einteilung habe ich gute Erfahrungen gemacht. Ganz abgesehen davon, dass ein Text für mich wohl nie wirklich perfekt sein wird, denn selbst bei Lesungen finde ich immer noch Stellen, die ich hätte besser beschreiben können.
 
Bis demnächst eure
Monika
 


Das Testlesenlassen

Ist, finde ich, wirklich eine gute Variante. Wenn ich eine Szene emotional bewegt geschrieben habe, übersehe ich dabei meist Ausdrucks- oder Inhaltsfehler... Solche fallen anderen dann immer eher auf...
Ein Tagespensum von 3 Seiten würde ich niemals schaffen, wenn es täglich eine ist, bin ich schon glücklich :) Aber hauptsache, die Geschichte findet ihr Ende.
 
liebe Grüße
Feuerfalke
 
----------------------------------------------------------------------------------- Wer sich verbrennt, kann nur nicht mit dem Feuer spielen... O. Wilde


Testleser

Testleser sind, wie ich finde, ungeheuer wichtig für einen entstehenden Roman.
Aber nicht solche, die brav loben und fragen, wann sie denn endlich weiterlesen können ( obwohl man sich über die natürlich besonders freut ) wirklich wichtig sind die, die sich mit dem noch ungeschliffenen Text kritisch auseinandersetzen und konsequent ihre Meinung und Empfindungen dazu kundtun.
Diese Testleser sind es, die mich ( und viele meiner Kollegen ) in der Arbeit aktiv unterstützen, denn sie bringen Ideen und Anregungen ein, auf die man als Autor vermutlich nicht so schnell gekommen wäre.
Auch bei meinem 20. Manuskript möchte ich nicht auf die Mithilfe meiner Testleserin verzichten, denn durch ihre konstruktive Kritik erspare ich dem Lektorat viele graue Haare.
Noch hat sie die ersten Seiten nicht zu sehen bekommen. Aber bald.
Ich bin gespannt.
 
Zur Seitenzahl kann ich sagen, dass da jeder sein eigenes Tempo hat. Wenn es sehr gut lief, habe ich auch schon mal 10 Seiten geschafft, aber das geschieht dann doch eher selten.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich viel ändern muss, wenn ich zu schnell schreibe, also lasse ich mir lieber etwas mehr Zeit, denke länger über jeden Satz nach und erspare mir damit langwierige Korrekturen.
Solange es keinen Termindruck gibt, ist es nicht wichtig wann die Geschichte fertig wird, wichtig ist, dass es eine gute Geschichte wird.
Liebe Grüße
Monika


Ich schreibe wenn ich gut

Ich schreibe wenn ich gut gelaunt bin und ich einen wirklich guten Tag erwischt habe 5 bis 10 Seiten. Mehr aber nicht.  Ich habe es mir auch zur Gewohnheit gemacht, eine "Geschichtenliste" aufzustellen die ich immer erweitere wenn neue Geschichten dazu kommen. Das hilft einem alles besser zu überblicken. Vor allem mir, da ich meistens viel "quer" schreibe - also hier eine Geschichte und dann wieder da eine und dazu führe ich noch ein "Story Book", in dem ich meine Ideen vermerke was auch sehr hilfreich ist!
Natürlich genauso hilfreich wie wenn man sich die Texte vom Vortag (laut) nochmal durchliest. Das mache ich auch oft, seitdem ich gemerkt habe wie hilfreich dass ist!! ;-) Und wo auch zustimme ist, wenn man eine Geschichte schreibt, genau wie Sie angemerkt haben natürlich ein "Kino im Kopf" entsteht.
Viele Grüße
Booksgirl90 (Sabine)
 


Laut lesen

Laut lesen eignet sich besonders gut, um Füllwörter zu entdecken.
Aber auch, um zu hören, ob die Sprachmelodie stimmt, denn schreiben ist ein wenig wie komponieren.
Da tut es gut, das Geschriebene auch einmal zu hören.
Liebe Grüße
Monika
 
 

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