Gestaltung des Buches:

 
Über die äußere Gestaltung und Aufmachung des Buches kann man sich durchweg nur positiv äußern. Schon das Cover ist sehr ansprechend mit einem engelsgleichen Frauenbild in einer leichten Grauschattierung gestaltet. Rund um diese Frauengestalt herum ranken sich zahlreiche Ornamente. Auch bei der Ausgestaltung der einzelnen Kapitel hat man sich sehr viel Mühe gegeben, denn jedes neue Kapitel wird mit einem wunderschönen Ornament begonnen und kleine Engelsflügel zieren die Unterteilungen innerhalb der Kapitel. Positiv zu vermerken ist auch die gelungene Übersichtskarte von Paris, die man ganz vorne und hinten im Buch finden kann.
 
Hauptpersonen:
 
Sophie Bachmann: Sie ist 24 Jahre alt und zog nach dem Tod ihres Verlobten Rafael nach Paris, wo er ihr einst im Urlaub einen Heiratsantrag machte, um dort ein neues Leben zu beginnen. Sophie besucht in Paris eine Sprachschule und lebt mit der netten älteren Dame Madame Guimard in einem kleinen Haus.
 
Rafael Wagner / Gadreel: Er ist Sophies Verlobter, der bei einem freiwilligen Einsatz als Arzt in Kolumbien erschossen wurde. Nach seinem Tod lebt er als gefallener Engel in Paris weiter und trifft dort auch einige Zeit später wieder mit Sophie zusammen.
 
Jean Meric: Ein sympathischer Franzose, der Sophie daran hindern möchte, mit dem gefallenen Engel Rafe Kontakt aufzunehmen. Er brach sein Theologiestudium ab und widmet sich nun vor allem den Geschichten um Engel, weshalb er Sophie immer wieder mit Rat und Tat zur Seite steht. Während ihrer gemeinsamen Zeit in Paris verliebt er sich in Sophie, muss aber schon bald einsehen, dass es sich um eine einseitige Liebe handelt, da Sophie noch zu sehr an ihrem verstorbenem Verlobten Rafe hängt.
 
Inhalt:
 
Nach dem Tod ihres Verlobten Rafael in Kolumbien, wandert die Deutsche Sophie Bachmann nach Paris aus, um sich dort ein neues Leben aufzubauen. Sie kämpft zwar noch mit der Trauer um ihren verstorbenen Geliebten, versucht aber sich nichts anmerken zu lassen und stets das Beste aus der Situation zu machen. Aus diesem Grund besucht sie den angesagten Club Les Etages, um sich dort mit Freundinnen aus ihrem Sprachkurs zu treffen. Doch Sophie wird promt versetzt und Paris erscheint ihr schon nach wenigen Tagen ohne Rafe trist und langweilig. Als sie sich im Club von einem Mann beobachtet fühlt, verlässt sie ihn fluchtartig. Sophie irrt durch die Straßen von Paris und versucht schließlich, von der Trauer überwältigt, sich bei einem Sprung von der Pont Marie das Leben zu nehmen, um auf diesem Weg wieder mit ihrem Verlobten vereint sein zu können. Doch kurz bevor sie springen kann, fährt ein Lastkahn unter der Brücke hindurch, auf der Sophie drei Männer sehen kann. Und sie traut ihren Augen nicht, denn unter den drei Männern erkennt sie klar und deutlich ihren Rafe! Schon am nächsten Tag macht sich Sophie nun auf die Suche nach dem Lastkahn, um so Hinweise auf den Verbleib ihrer Verlobten zu erhalten, denn sie glaubt nun, dass Rafael seinen Tod aus irgendeinem Grund nur vorgetäuscht hat. Auf ihrer Suche, die sie quer durch Paris führt, fühlt sich Sophie beobachtet. Der Mann aus dem Les Etages folgt ihr. Er lässt sich auch in der Metro nicht abschütteln und Sophie beginnt sich allmählich große Sorgen um ihre Sicherheit zu machen. Doch die Suche nach dem Lastkahn steht im Vordergrund. Sie findet den Lastkahn schließlich und erhält die Information, dass sich Rafe oft in der Gegend um die Rue Mouffetard aufhält. Überglücklich bezieht Sophie am nächsten Tag dort einen Spähposten in einem kleinen Cafe und kann ihr Glück kaum fassen, als sie Rafe am Abend wieder sieht. Sophie folgt ihm und wird in einer dunklen Gasse Zeuge, wie ihr geliebter Rafe gemeinsam mit den zwei anderen Männern vom Lastkahn einen Mann verprügelt. Sie kann es kaum fassen, doch kurz bevor sie ihren Beobachtungsposten verlassen und Rafe zur Rede stellen kann, drückt sich eine kalte Hand auf ihren Mund. Es ist Jean Meric, der Sophie davon abhält, sich Rafe zu zeigen und ihr erklärt, dass sie niemals mit ihm Kontakt aufnehmen darf, da er gefährlich ist. Verwirrt und enttäuscht kehrt Sophie nach Hause zurück. Was soll sie von diesem Zwischenfall bloß halten? Sie verabredet sich für den nächsten Abend mit Jean Meric und erhofft sich dort, die ersehnten Antworten zu bekommen... Wie man schon dem Klappentext entnehmen kann, stellt sich heraus, dass Rafael ein gefallener Engel geworden ist und unter dem Namen Gadreel nun in Paris lebt. Doch wer ist der Mann, der Sophie ständig verfolgt? Und welches Geheimnis verbirgt sich hinter Jean, der alles über Engel zu wissen scheint? Das möchte ich euch natürlich nicht verraten, um nicht die ganze Spannung vorwegzunehmen ;-)
 
Mein Eindruck:
 
Während des gesamten Romans gelingt es der Autorin, ihren Sprachstil auf einem hohen Niveau zu halten. Dennoch wirkt die Sprache für den Leser flüssig und leicht verständlich, stellenweise auch verträumt und sehr gefühlvoll. Sarah Lukas beherrscht es wie keine andere, den Leser durch genaue, detailgetreue Beschreibungen der Handlungsorte direkt nach Paris, in die Stadt der Liebe zu entführen. Sie zeichnet Paris in lebendigen Farben und fängt stets die Atmosphäre eines Augenblicks durch die moderne Sprache mit Leichtigkeit in wunderschönen Bildern ein, ohne dabei kitschig zu wirken. Den lockeren Lesefluss unterbrechen nur gelegentlich eingestreute lateinische Sentenzen, die teilweise für die Leser nicht übersetzt werden. Durch den Wechsel der Erzählperspektiven zwischen Sophie und Jean, gelingt es der Autorin, der Geschichte einen gewissen Schwung zu verleihen. Alle Hauptpersonen weisen jedoch mit Ausnahme von Sophie nur an wenigen Stellen Tiefgang auf, da kaum Informationen über die einzelnen Charaktere gegeben werden. Viele Dinge, wie Jeans Vergangenheit und was mit seiner Familie geschah werden angedeutet, jedoch bis zum Ende nicht aufgeklärt. So bleibt der Großteil der Personen für meinen Geschmack etwas zu oberflächlich, wodurch die Personen für den Leser leider kaum greifbar und schwer vorstellbar bleiben. Sarah Lukas hält sich leider im Verlauf des Romans auch immer wieder an Kleinigkeiten auf, die im eigentlichen Sinn nicht zur Handlung beitragen. So wird neben der Haupthandlung noch eine weitere Geschichte erzählt, die von der kleinen Lylith handelt. Diese Geschichte zieht sich durch einen großen Teil des Buches, wird aber am Schluss des Buchs in einem einzigen Nebensatz beendet. Bedauerlicherweise schafft es Sarah Lukas nicht, während des gesamten Romans die Spannung aufrecht zu erhalten. Nach einem wirklich spannenden Einstieg, flacht die Geschichte recht schnell ab und mündet in einen langatmigen Mittelteil, in dem sich der Leser durch allerlei theologische und philosophische Diskussionen, sowie zahlreiche Bibelzitate kämpfen muss. Dialoge über das Entstehen der gefallenen Engel nehmen dem zusätzlich Buch das Tempo und sorgen für Verwirrung. Erst auf den letzten Seiten des Buches nimmt die Geschichte wieder an Spannung zu. Jedoch hat man als Leser durch das plötzliche und sehr abrupte Ende der Geschichte das Gefühl, dass noch viele Fragen ungeklärt geblieben sind. Man weiß nicht genau worauf die Autorin mit ihrem Roman hinaus wollte. Das Liebe unsterblich ist? Das Gott Gutes wie auch Böses in die Welt bringt? Zudem ist es schade, dass immer wieder "etwas Großes" angesprochen wird, mit der Liebesbeziehung zwischen Sophie und Rafael zu tun hat. Jedoch wurde dieses große Ereignis am Ende der Geschichte nur kurz abgehandelt und nur nebenbei erwähnt, obwohl man sich als Leser mehr davon erhofft hatte.
 
Sarah Lukas Debütroman brilliert durch ihre gelungene Sprache und die vielen Beschreibungen der Stadt Paris. Man kann viel Potential erkennen, jedoch schafft sie es leider nicht, ihre Handlung zu einem geschlossenen Kreis zu führen. Im Verlauf der Geschichte geht bedauerlicherweise an einigen langatmigen Passagen die Spannung immer wieder verloren. Insgesamt handelt es sich hierbei um einen durchschnittlichen Roman, der für ein Wochenende unbeschwerten Lesespaß bieten kann.
 
http://prettytigerbuch.blog.de/

Sophies Verlobter Rafael stirbt kurz nach der Verlobung, bei einem Hilfeeinsatz in Kolumbien. Dort wird er von den Guerillas erschossen. Sophie zog so von Stuttgart nach Paris, in die Stadt der Liebe. Doch auch dort wird sie in jeder erdenklichen Lage an Rafael erinnert. Ihr vergeht die Lust am Leben. Bei einem Selbstmordversuch, bei der sie auf die Gelände einer Brücke klettert hört sie einen Kahn näher kommen und wartet, da sie nicht vor all den Leuten hinunter stürzen möchte. Doch plötzlich erkennt sie auf dem Heck Rafael. Sie klettert zurück und rennt dem Kahn hinterher. Aussichtslos gibt sie es auf und sieht wie der Kahn um eine gegenüberliegende Insel biegt. Zuhause angekommen erzählt sie dies der Vermieterin. Die Vermieterin ist sich sicher, dass Sophie sich irrt.
So endet die Leseprobe
Die Idee der Geschichte gefällt mir, doch find ich es langweilig geschrieben. Sie beschreibt  Paris und ich kann ihren Verlust nicht nach empfinden, weil sie kaum die Emotionen beschreibt. Sophies schmerz wird nicht deutlich. Eine der wenigen Stellen, die mir gefallen hat ist, zu Beginn als Rafael stirbt und seine letzten Gedanken der Sophie galten. Als der Kahn verschwindet und Sophie nicht schafft den Kahn einzuholen, an der Stelle hätte ich zum Beispiel einen Emotionalen zusammenbruch erwartet....
Natürlich habe ich nur die Leseprobe gelesen und beurteilt.
Lg Shanti
 

Leider kenne ich nur die Leseprobe und nicht das ganze Buch. Die Leseprobe allerdings hat mich direkt in ihren Bann gezogen. Sehr einfühlsam wird Sophies Trauer nach dem Tod ihres Verlobten beschrieben. Ihre Trauer über den Verlust lässt sie wie blind und taub durch Paris schleichen. Sie wird erst aufgeschreckt als sie einen Mann erblickt der ihr Verlobter zu sein scheint. WIe kann das Möglich sein?

Inhalt:
Rafael, Sophies Verlobter, kommt in Kolumbien, wo er als freiwilliger Helfer in einer Krankenstation arbeitet, durch die Hand von Guerilleros ums Leben. Sophie kommt über den Verlust nicht hinweg und versucht sich als Fremdsprachenkorrespondentin in Paris abzulenken. Dort wird sie aber nur an Rafe erinnert; beide hatten dort ihren Urlaub verbracht.
Sophie nimmt von ihrer Umwelt nichts mehr wahr, bis sie eines Tages ihren Rafe auf einem Schiff entdeckt. Auf der Suche nach ihm wird sie von Jean Meric, Dämonenexorzist, der sie aus einer brenzligen Situation rettet, über gefallene Engel aufklärt, die nur Unheil und Verderben über die Menschen bringen. Als sie Rafe trifft, ist er völlig verändert und erinnert sich nicht an sie. Sind unheimliche Mächte im Spiel? Sophie jagt den Schatten der Vergangenheit nach und klammert sich an jeden Strohhalm.
 

Autorin:
Sarah Lukas, geboren 1972, lebt gemeinsam mit ihrer Schwester, ihrem Neffen und ihrem Hund in Wiesbaden. Sie verbringt ihren Urlaub in Frankreich und sammelt ihre Ideen während längerer Bergwanderungen. "Der Kuss des Engels" ist ihr Debüt-Roman.
 

Meine Meinung zu dem o. g. Buch:
Die Gestaltung des Buchcovers stimmt den Leser auf eine romantische Liebesgeschichte ein. Die liebevollen Verzierungen der einzelnen Kapitel sind sehr gut gelungen.
Der sehr lebendige Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen. Mit sehr viel Gefühl und Leichtigkeit wird der Leser in die Welt der Engel und Dämonen eingeführt. Sophies Gefühlsleben wird sehr anschaulich beschrieben. Sie weiß nicht mehr, was sie denken und fühlen soll.
Die anfangs romantische Liebesgeschichte wird zum Ende hin ein Kampf zwischen Gut und Böse.
 

Fazit:
Das Buch ist der Autorin Sarah Lukas gelungen. Ich wurde sehr gut unterhalten und konnte mich in der Welt der Engel verlieren. Ein gutes Buch für Fantasy-Liebhaber.
 

Zitat aus dem Buch: "Man vermisst nur, woran man sich erinnert."
 

Sarah Lukas entführt ihre Leser in die „Stadt der Liebe“, Paris. Hier begegnen wir der traurigen Sophie, die dorthin geflohen ist um über den Verlust ihrer großen Liebe hinwegzukommen. Ihr Verlobter Rafael wurde auf tragische Weise erschossen.
Auf den ersten Seiten gibt sich Sophie ganz ihren Gefühlen hin. Hier hat Lukas die melancholische Stimmung sehr gut eingefangen, so dass man als Leser mit Sophie leiden kann. Zwar ist es auch etwas anstrengend diese Passagen zu lesen, da Sophie wirklich in ihrem Leid versinkt, aber da Lukas die Stimmung einfach gut einfängt und den Leser mitleiden lässt, kann man darüber hinwegsehen. Auch findet sie gut den Zwischenweg zwischen nervigem Getue und endlosen Selbstmitleid.
Die Wendung kommt an der Stelle als Sophie aus der Ferne einen Mann ausmacht, der aussieht wie ihr Verlobter. Plötzlich ist Sophie besessen davon, dem Geheimnis dieses Menschen auf die Spur zu kommen und entwickelt dabei die irrsten Phantasien. So ruft sie zum Beispiel Rafaels Schwester an, diese hat die Leiche identifiziert, um zu fragen, ob der Tote auch wirklich Rafael war. Auch andere wirre Phantasien kommen Sophie in den Kopf. Hier merkt man auch, dass die Autorin gut recherchiert hat, denn gerade Menschen, die den plötzlichen Tod eines geliebten Menschen hinnehmen müssen, neigen dazu sich in solchen Phantasien zu verlieren. Natürlich wird dieser Aspekt bei Sophie damit aufgegriffen, dass Rafael ihr erscheint, aber trotzdem lässt sich hier die gute Recherche erahnen.
Mysteriös wird es dann, als Sophie Rafe (die Abkürzung von Rafael) wirklich gegenübersteht. Dieser kann sich nämlich nicht an sie erinnern und bald kommt Sophie dahinter, dass Himmel, Hölle und gefallene Engel wirklich existieren. In der festen Überzeugung, dass es ihr gelingen kann Rafe von seinem doch harten Schicksal zu befreien, fängt sie ein Spiel mit dem Feuer an. Unterstützung bekommt sie dabei von Jean Méric, einem Franzosen, der allerhand über Engel und Dämonen weiß.
Da es in diesem Buch um einen gefallenen Engel geht, bleibt natürlich auch die Bibel nicht unerwähnt. Es werden einige Zitate dargelegt und immer wieder über deren Auslegung gesprochen. Für manchen Leser mag das etwas ermüdend sein, aber es gibt der Geschichte durchaus einen gewissen Reiz und man erfährt auch vieles, was einem vorher nicht bewusst war, in Bezug auf Engel.
Kernthematik des Buches ist die Frage, ob das Böse Gottes Werk oder Teufels Beitrag ist. Natürlich wird diese Frage auch in diesem Roman nicht beantwortet, doch Lukas bringt auf jeden Fall ein paar interessante Ansätze ins Spiel.
Ihre Charaktere sind auch gut ausgearbeitet.  Gerade Jean Méric ist ein Charakter für den der weibliche Leser entbrennen kann. Sophie kann zwar mit ihrer doch manchmal sehr naiven Art auch etwas nerven, als Leser möchte man sie ab und zu einfach schütteln, ihre Gefühle sind aber gut nachvollziehbar. Rafe bleibt zwielichtig bis zum Schluss und erst beim großen Finale zeigt er, was in ihm steckt: sprichwörtlich.
„Der Kuss des Engels“ ist ein gut recherchiertes und sehr detailliertes Buch. Besonders schön ist der kleine Ausschnitt von Paris vorne und hinten im Buch. Hier sind die Schauplätze eingezeichnet in denen Sophie sich bewegt.  Auch beim Lesen des Buches merkt man, dass die Autorin Paris nicht nur von Fotos kennt,  denn dafür beschreibt sie die Orte einfach zu genau.
Im Großen und Ganzen lässt sich der Roman gut lesen. Die melancholische Stimmung kann den Leser am Anfang vielleicht etwas runterziehen und auch die Auseinandersetzung mit den Bibelversen mag nicht den Geschmack von jedem Leser treffen, doch kann man darüber hinwegsehen, hat man es mit einem emotionsgeladenen und überraschenden Buch zu tun.

Kurz nach dme Heiratsantrag verstirbt Sophie's Bräutigam. Sie versucht mti dem Schicksal fertig zu werden,  schafft es aber nicht . Eines Abends glaubtsie ihren geliebten Rafael auf einem Schiff erkannt zu haben.
War es wirklich ihre verstorbene Liebe oder nur Illusion?
Laut Cover erscheint Rafael nochmals in Sophie's Leben als Engel.
Wie geht die Geschichte nun weiter?
Hätte in der LP gerne noch weiter gelesen. Hat mich richtig in Bann gesetzt.
Das Buch ist auch sehr flüssig zu lesen.
Super Schreibweise und vielversprechender Roman.
Möchte ich auf jeden Fall lesen

Diese Leseprobe habe ich bereits bei vorablesen.de erhalten.
Jack und Rafael haben Medikamente und medizinische Geräte vom Flughafen abgeholt und wollen sie ins kolumbianische Hinterland bringen. Doch plötzlich werden sie nach einer Kurve von dunkelhaarigen Männern in olivgrüner Armeekleidung und Gewähren zum Halten gezwungen. Sie müssen den Wagen verlassen – Jack will ihnen den Geleitschein von Don Esteban zeigen. Aber als er in seine Innentasche greifen will, fällt ein Schuss und Rafael schlägt getroffen auf den harten Boden auf. Sein letzter Gedanke gilt Sophie. Der Leser fragt sich, was passiert mit Jack und wer ist Sophie?
Denn plötzlich wechselt die Szenerie zu Sophie, die in einem Cafe in Paris sitzt. Sie besucht dort eine Sprachschule und trauert um Rafael. Der immer stärker werdende Regen passt zu ihrer Stimmung. Auf dem Nachhauseweg klettert sie über ein Geländer auf der Brücke und warte, da sie einen Kahn näherkommen hört. Sie will nicht vor den Augen der Leute auf dem Kahn hinunterstürzen. Als sie am Heck des Kahns drei Männer stehen sieht, zündet einer ein Feuerzeug an und sei meint Rafael zu erkennen. Schnell klettert sie zurück auf die Brücke und läuft hinter dem Kahn her. Leider kommt sie nicht weit, da sie das Ende der Kaimauer erreicht hat. Völlig außer Atem beobachtet sie, wie der Kahn um eine gegenüberliegende Insel biegt. Ganz erschöpft erreicht sie das Haus, in dem sie wohnt und wird von ihrer Vermieterin bemerkt, die ihr einen Tee anbietet. Sie erzählt ihr von dem Kahn und die Vermieterin meint, sie hätte sich sicher geirrt. Gerade an dieser Stelle muss die Leseprobe enden.
Hat sich Sophie wirklich geirrt oder war es wirklich Rafael, den sie gesehen hat? Diese Fragen kann der Leser nur beantwortet bekommen, wenn er das Buch liest.
Ich fand den Anfang schon sehr gut geschrieben, leicht zu lesen und doch mit etwas Spannung versehen und würde gern wissen, wie die Geschichte weitergeht. Was ist mit Jack? Ist Rafael wirklich tot?

  "Wenn wir geliebte Menschen verlieren, glaubt unser Herz ständig, sie in fremden Gesichtern wiederzuerkennen, weil wir sie uns so sehr zurückwünschen. Eine gewissen Ähnlichkeit genügt, und schon lassen wir uns nur zu gerne täuschen."
 
Doch so einfach, wie Madame Guimard es versucht lässt sich nicht erklären, was Sophie kurz zuvor mit eigenen Augen gesehen hat.
So logisch diese Erklärung auch sein mag, klammert Sophie sich an die Hoffnung ihren tot geglaubten Verlobten Rafael wiedergefunden zu haben.
Doch auch Jean Méric glaubt nicht an solch ein Wunder, viel mehr warnt er Sophie vor den bösen Plänen des gefallenen Engels, für den er Rafe hält.
Wem kann (bzw darf) Sophie denn nun glauben? 
Kann sie sich nicht einmal mehr auf ihr Gefühl verlassen?
Obwohl sich Jean Mérics Warnung zu bewahrheiten scheint, kann und will Sophie Rafael kein zweites mal gehen lassen und begibt sich in große Gefahr.
Mit diesem knapp 409 Seiten starken Roman ist Sarah Lukas ein Erstling voller Gefühl und Romantik gelungen, bei dem auch die Spannung nicht zu kurz kommt. Glaubt man am Anfang noch an eine kitschig anmutende Liebesgeschichte (Engel, Paris und der tot geglaubte Verlobte) wird man doch bald eines Besseren belehrt und in den Kampf zwischen Gut und Böse mit hinein gezogen.

Okay, die Leseprobe war ganz interessant und auch der ganze Roman hätte gut werden können, aber ich habe es wirklich nur bis zur Mitte des Buches geschafft. Es ist einfach langweilig! Sarah Lukas walzt die Gefühle derart platt, dass keine Spannung mehr entsteht, eine Lektüre zu einschlafen - nicht zu empfehlen.

In Sophies Leben ist ein großes Unglück geschehen. Ihr Verlobter Raphael ist tot, wurde in Kolumbien von Guerillas erschossen, als er da als werdender Arzt bei einer Hilfemission im Einsatz war. Seitdem findet Sophie keine Ruhe und weiß nicht mehr, wie sie weiterleben soll. Sie zieht nach Paris und versucht neu anzufangen. Die Gedanken an Raphael und die Trauer um ihn lassen sie nicht los. Eines Tages ist sie fast dabei, sich das Leben zu nehmen. In diesem Augenblick sieht sie einen Mann, der ihrem verstorbenen Geliebten so ähnlich ist, dass Sophie glaubt, es sei Raphael selbst. Sie versucht ihn in der Millionenstadt zu finden und das gelingt ihr tatsächlich. Doch dieser Raphael ist nicht der Raphael, den sie kannte und liebte und von dem sie geliebt wurde.

Wer ist er aber? Er erkennt Sophie nicht, kann sich an nichts gemeinsames erinnern, er benimmt sich sehr seltsam und scheint sogar mit den dunklen kriminellen Gestalten der nächtlichen französischen Hauptstadt verbunden zu sein.

Bis dahin entwickelt sich die Geschichte eher wie ein Krimi, lässt sich spannend lesen und ist interessant. Man hofft auf einen gelungenen Roman von der jungen Autorin Sarah Lukas. Das ist ihr erstes Werk und alles deutet darauf, dass sie ihre Schriftstellerei handwerklich ganz gut beherrscht. Der Stil ist präzise, die Sätze gut durchdacht und schön aufgebaut. Das gilt allerdings nur für die erste Hälfte des Buches.

Dann kommen aber unterirdische Kräfte ins Spiel. Dieser Raphael ist in Wirklichkeit nicht ihr Raphael. Er ist ein Engel. Und zwar ein gefallener Engel namens Gadreel, von der dunklen Macht auf die Erde geschickt. Mit welcher Aufgabe er sich ausgerechnet in Paris in Gestalt von Raphael aufhielt, bleibt dem Leser auch nach dem Ende der Story unklar. Die Idee des Romans neigt damit ins Irreale und der Plot verliert gänzlich an Spannung. Nach langem hin und her, vielen Zitaten aus dem Buch Henoch, langweiligen Gesprächen über die Rolle Gottes und seiner Diener, die in nichts führen, vielen Nebenfiguren ohne ausgearbeiteten Charakter…

Und wie sieht ein gefallener Engel aus, wenn er sein wahres Gesicht zeigt? Klar, mit einem Schwanz, roten Augen, Hufen, pelzig und feuerspeiend. Die Autorin hat sich nichts Besseres einfallen lassen. Kindisch und lächerlich.

Ab der Stelle, wo dem Leser dieses fürchterliche Bild des Dämons gezeigt wird, habe ich das Buch nur mit Mühe weiter gelesen. Solche Erscheinungen interessieren mich gar nicht. Es ist einfach nicht mein Lesestoff.

Den Gedanke selber, dass Engel (auch die gefallenen) unter uns leben, würde ich akzeptieren, wenn die Autorin ihre Idee besser umgesetzt hätte. Warum wird der richtige Raphael, der von allen nur als vorbildlicher und sehr netter Mensch beschrieben wurde, plötzlich nach seinem Tod zu einem GEFALLENEN Engel? Womit hat er es verdient? Wozu wurde er ausgerechnet nach Paris geschickt, wo jetzt auch seine frühere Verlobte lebt, wenn er sich gar nicht an sie erinnert? Muss er sich dann genau als Raphael ausgeben? Fragen über Fragen. Und keine Antworten. Nur eine irreale Liebesgeschichte. Ausgedacht aber nicht durchdacht. Mit Happy End natürlich, das gehört zum Genre. Aber das Ende der Geschichte bringt keinerlei Licht in das Dunkel der Verwirrung. Zu welchem Zweck wurde die Geschichte überhaupt geschrieben?

Wem solche Sujets gefallen, dem wird vielleicht das Buch auch gefallen. Mir allerdings hat der Roman nicht zugesagt und ich würde ihn nicht weiterempfehlen.
 

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