Das Alte Reich

Das Alte Reich

 
Damit die anderen Threads nicht voller und voller werden, mache ich mal wieder einen neuen auf.
Dabei würde ich auch gerne die Höchstgrenze für Threads so auf 90 Beiträge festlegen. Sonst wird das vor allem für Passivleser zu unübersichtlich. Wir haben wenigstens noch ein "neu" bei neuen Kommentaren stehen, Passivleser müssen auf Datum und Uhrzeit achten.
Ich war einige Monate ein solcher, von daher weiß ich, wie das ist. Es ist ja so schon nicht einfach.
 
Also eröffnet ruhig hin und wieder mal ein "Theorien III" oder "Götter II" etc.
 
 
Zum Thema:
Wir haben schon viel über militärische Dinge spekuliert, über Götter, den Namenlosen, die Tochter des Drachen...
Aber noch nie wirklich über Politik oder Wirtschaft und Gesellschaft.
Ich weiß, dass die Themen sicher für einige nicht so schön sind. Andere wiederum reden gern darüber. Aber hier geht es einfach darum, ein wenig mehr Klarheit in die entsprechenden Strukturen des Alten Reiches zu bekommen.
 
Ich gliedere das Ganze mal auf.
Ich spare mir dabei allfällige Zitate und Nachweise. Wenn ihr an etwas zweifelt, dann schreibt das. Ich kann mich natürlich auch irren, wenn ich immer etwas aus dem Gedächtnis schreibe.
 
Die Reichsstadt- Regierung:
(Bevor Desina Kaiserin wurde - auch wenn, die Realität sieht jetzt sicher nicht viel anders aus.)
Hier gibt es offiziell keinen Adel, also wahrscheinlich auch keine Stände. Dennoch gibt es anscheinend einen Ständerat, der zusammen mit dem Handelsrat die wirtschaftlichen Belange der Stadt regelt. Wobei der Ständerat wohl eher weniger dafür, als mehr für die restliche Politik zuständig ist.
Der Kommandant ist der Leiter des Militärs und hat ein Vetorecht im Stände- und Handelsrat. Das Militär umfasst hier natürlich alle Clans, monentan die Bullen, Seeschlangen und Federn und sicherlich auch Eulen. Zudem muss er sich um die Botschafter in den anderen Reichen und die Hoheitsrechte kümmern.
Bleibt noch der Gildenrat, fraglich inwieweit der vielleicht im Handelsrat integriert ist oder nur ein Zusammenschluss der Gilden, die ihre Belange unter sich regeln.
Die Gilden sind ja eine Art Gewerkschaft. Soweit ich mich erinnern kann, sah das im Mittelalter ungefähr bei den Zünften so aus: Man war gut beraten der entsprechenden Gilde seines Berufsumfeldes beizutreten, weil man sonst große Nachteile hatte. Die Gilde sorgte aber dafür, dass man im Alter versorgt war, vor allem wenn der Broterwerber den Angehörigen wegstarb. Frauen hatten ja im Mittelalter keine Rechte, alleingestellt waren sie der Armut preisgegeben. Zudem sorgte die Gilde für Preisstabilität. Zudem nahm sie auch politische Mitentscheidung in den Städten für sich ein.
 
Die Gilden in Askir werden ähnlich sein. Ein gemeinsamer Qualitätsstandart, ein vorgegebener Preisrahmen. Eine Unterstützung im Lebensabend. Das wären die wichtigsten Dinge denke ich.
 
Der Handelsrat besteht dann aus Kaufleuten und Händlern, die Absprachen über Zölle treffen, Handelsverträge untereinander tätigen oder andere, zwielichtige Absprachen. Ihre politische Einflussnahme nutzen sie zur Senkung von Steuern und gewinnbringenden Anpassung der Zölle. Vielleicht der Absenkung der Qualitätsstandards oder Löhne. Alles, was ihnen Gewinn bringt.
 
Der Ständerat ist dann wohl eine Vereinigung der Vertreter der Bauern, die es in Askirstadt ja auch gibt, da die Stadt eigene Agrarflächen in der Außenzone hat. Dann kommen die Handwerker, die Bürger und schlussendlich die Reichen (Adligen, Kaufleute).
Dieser Rat sollte, bei dem was wir über Askannon wissen, gerecht aufgeteilt sein. Bestechung und Drohungen sind sicher trotzdem Realität.
Aber da es kein Lehnswesen gibt, sieht die Realität für die Bauern sicherlich besser aus, solange die Böden fruchtbar genug sind. Schließlich sind sie in Askir auch nicht der Willkür von Adligen ausgesetzt.
Etwas, was im frühen Mittelalter erst zum Anwachsen des Lehnssystems führte.
Ohne Lehnsherr konnte ein Adliger daher kommen und einem den Bauch aufschlitzen, die Frau vergewaltigen usw.
Ein Lehnsherr konnte das freilich auch tun, aber gewöhnlich hatte er eher Interesse daran, dass die Bauern das taten, was ihre Pflicht war.
 
Fragt sich noch, inwieweit der Ständerat gewählt wird. Ich könnte mir da so etwas wie in Preußen vorstellen, wo die (allein männliche, was in Askir wohl nicht der Fall ist) Bevölkerung ab 25 Jahren Wahlmänner wählen konnte, die wiederum die Abgeordneten wählten. In Preußen war das noch zusätzlich in Klassen aufgeteilt. Wer sehr reich war, hatte prozentual auch einen größeren Anteil für einen Wahlmann. In Askir könnte das durch den Handelsrat auch so aussehen, falls es vom Vertrag her nicht abgeriegelt ist. Dann würde nämlich sogar ein fast demokratisches Wahrrecht nach heutiger Vorstellung gelten.
 
Warum trotzdem die Wahlmänner? -> Weil es effizienter ist. Keine Möglichkeit der elektronischen Stimmauszählung usw.
 
Wir haben dann also eine Regierung, die sich zum einen aus dem Handelsrat zusammensetzt, der eigen Interessen folgt und bei dem das Geld zählt. Dann wäre da der Ständerat, der recht demokratisch gewählt sein könnte. Und zuletzt der Kommandant, der aufgrund seiner Fähigkeiten sein Amt erlangt hat. (Da frage ich mich gerade, wie es Esen zum Admiral geschafft hat, der Ring bestimmt ja mit, eine Absicherung gegen Vetternwirtschaft)
 
Wirtschaft:
Was soll ich dazu groß sagen? Zu Zeiten Askannons gab es zumindest eine militärische Massenproduktion auf magischer Basis. Es gibt regen Handel mit den Sieben Reichen und Xiang. Es gibt Banken, ein entscheidender Stützpfeiler für eine schnell wachsende Wirtschaft. Und erst dadurch ist die Möglichkeit gegeben eine Unternehmen ohne vorhandenen Reichtum zu gründen. Oder stark zu expandieren.
Durch die regen Handelsbeziehungen kann man sehr viele Produkte kaufen, je nachdem noch zu erträglichen Preisen, wegen der hohen Menge die gehandelt wird. Ist aber zum anderen auch abhängig davon. Eine gute Frage wäre es, wie das Verhältnis zwischen Import und Export in Askir ist.
Mit zwei Millionen Einwohnern hat man viel zu tun, um erst mal die Stadt selbst ausreichend zu versorgen, da bleibt  nicht mehr viel übrig für den Export, solange es keine Massenproduktion gibt, was ja aus magischen Gründen seit 700 Jahren vorbei ist. Und auch damals war es nur für das Militär. In den 700 Jahren muss man doch die Vorteile von der magischen Massenproduktion erkannt haben, zumindest kurz danach, als sie noch nicht vergessen war. Und irgendjemand muss sich doch mal bemüht haben, wenigstens mit Wasserkraft das nachzubilden? Es gibt j auch einen Fluss. Da kommt das eine doch zum anderen. Die Technologie wäre doch vorhanden.
 
 
Aldane und Bessarein fehlen noch. Über die Varlande wissen wir noch zu wenig. Ich schreibe das jetzt nich mehr hin, ist mir zu viel. Ein ander Mal, oder jemand von euch erledigt das.

Was klar sein sollte: Aldane ähnelt unserem Mittelalter, Bessarein dem Pedant aus dem nahen Osten, wie es heute heißt. Über zweiteres kann ich praktisch nichts sagen, ich habe mich nie für Kalifen, Emire usw. interessiert.
 


Die Kultur in Askir

Nachstehende Ausführungen bitte ich nicht als Kritik zu verstehen, auch wenn es manchmal so klingt. Fantasy bedeutet nicht die Schaffung einer kompletten Anderswelt, sondern ist immer ein Spiegel der unsrigen. Von daher...
 
Ein Thema, das mir immer wieder am Herzen liegt (siehe meine Geschichte über den verrückten Elfen in meinem Blog) ist Musik und Kultur in einer fremden Welt. Wenn man zu tief einsteigt wird einem natürlich schnell klar, dass all die Parallelen und Ähnlichkeiten zu unserer Welt geradezu haarsträubend unwahrscheinlich sind.
Bei der Technologie mag es noch gehen, aber Kunst, Musik und Kultur sind auf derartigen "Zufällen" aufgebaut, dass die gleiche Ausgangssituation, rein logisch betrachtet, zu völlig anderen Ergebnissen führen müsste (was sie, da die Autoren sich ja bei unserer Welt bedienen, in der gängigen Fantasyliteratur nicht tut).
Natürlich gibt es eine gewisse gemeinsame Basis: Kinder auf der ganzen Welt singen anfangs rein intuitiv pentatonisch. Aber daraus hat sich auf der ganzen Welt eine so unheimlich reiche Vielfalt entwickelt, dass es wohl unmöglich ist, literarisch die anders geartete Vielfalt einer anderen Welt aus dem gleichen Ausgangsmaterial zu kreieren. Und die Vielfalt einer Fantasy-Welt ist in  der Regel größer als die unserer Welt, da mehrere humanoide Arten existieren (Elfen, Zwerge, Orks, Trolle, Riesen, Gnome, Halblinge etc.).
 
Trotzdem möchte ich den Versuch wagen, einige Überlegungen, was die Musik betrifft (mein Spezialgebiet), auf die Askir-Welt umzulegen.
 
Wir haben mehrere "humanoide" Arten: Elfen, Zwerge, Menschen und Riesen (angeblich ausgestorben [hoffentlich nicht, ich mag Riesen!]), sowie Elementargeistwesen wie Feen. Die physikalischen Ausgangsbedingungen für Schall sind gleich mit unserer Welt, d.h. es gibt ein pythagoreisches Komma und damit Stimmungsprobleme.
Zur Musik gibt es wenig Aussagen in den Büchern. Ich war froh über Sieglindes Geigenspiel im 1. Horn, aber die Beschreibung war natürlich rein atmosphärisch. Havald ist ja auch Kunsttischler und Krieger, kein Musiker (siehe sein fruchtloser Tanzversuch im Kronrat...)
Wichtige Erkenntnis aus diesen Szenen: unbegleitete Melodie. Geige als Saiteninstrument, d.h. stufenlose Veränderung der Töne möglich, mithin ist Enharmonik möglich. Sieglinde wird davon ausreichend Gebrauch gemacht haben, als sie Janos' Erzählung vom Wanderer untermalt. Stellt euch sowas vor: http://www.youtube.com/watch?v=nJNwdGqjQuw
Was bei der Feengeige auffällt: Sie ist klein, nur zwei Handbreit groß. Heißt also zunächst Schwierigkeiten beim Spielen, weil wenig Platz auf dem Griffbrett vorhanden ist. Aber es ist ja auch eine magische Geige, d.h. sie reagiert weniger auf das tatsächliche Spielen, sondern mehr auf den Geist des Spielers, kann ich mir vorstellen.
 
Dann gibt es noch die Erwähnung eines weggeworfenen Spinetts (dRvI, S.130), was mich stutzen ließ. Es ist Blix, aus dessen Blickwinkel diese Beobachtung geschieht, d.h. er kennt solche Instrumente aus Askir. Geschehen tut das alles aber in den Neuen Reichen. Da ich eine Parallelentwicklung ausschließen möchte, muss diese Instrumententechnik also mindestens 700 Jahre alt sein! In der Zwischenzeit müsste es doch Weiterentwicklungen gegeben haben. Hätte es zumindest bei uns...
 
Zur Musik der Elfen, geschweige denn anderer Rassen, gibt es keine Angaben. Trotzdem will ich mal ein bisschen spekulieren und fantasieren:
Wir wissen, dass Elfen ein sehr feines Gehör haben. Eventuell hören sie auch bis in den Ultraschallbereich. Ihre Kultur ist unheimlich alt und sie sind (nach eigenen Angaben zumindest) geistig den Menschen überlegen. Sprich, ihre geistige Kapazität ist eine größere. Man kann also davon ausgehen, dass auch ihre Musik komplexer als die der Menschen ist. Ich war selten so enttäuscht als ich diese faden ätherischen Gesänge in der HdR-Verfilmung gesehen/gehört habe! Eher stelle ich mir da sowas vor (wurde auch schon von Kubrick in "2001 - Odyssee im Weltraum" verwendet): http://www.youtube.com/watch?v=-iVYu5lyX5M
Ich behaupte nicht, dass das für jeden schön klingt (für mich ist es eines der schönsten Stücke...), aber es ist fremd. Wie von einer anderen Spezies. Elfen haben vielleicht auch noch einen größeren Tonumfang, d.h. können höher hinauf und hinunter singen als wir Menschen und daher möglicherweise noch feinere, ausgefeiltere, leisere, unheimlichere KLänge erzeugen. Über ihre Instrumente kann ich gar nichts sagen, aber verbunden mit ihrer natürlichen Magiebegabung stelle ich mir ganz gerne Kristalle vor, die sie nur durch Berührung zum Klingen bringen und die auf ihre Gedanken reagieren...
 
Die Riesen musizierten wahrscheinlich auch im Infraschallbereich...


musik

 
Wirklich interessant, wie speziell und wissenschaftlich man an Musik herangehen kann. Für mich völlig „Taktlosen“ klingt das wahnsinnig abgedreht.
Aber egal wie hehrer Dein Wunsch nach fantastischer Musik ist - gleiches gilt auch für Technik, Handel usw. -, so werden wir immer nur teilhaben am Erfahrungsschatz des Autors. Im Falle von R.S. an dem eines Mitteleuropäers. Wäre R.S. z.B. ein mongolischer Autor, dann könnte evtl. in den Texten detaillierte Erklärungen über den „zwergischen Kehlgesang“ ;-) beschrieben sein, die unsereins völlig abgedreht und spacig fände.
Wirklich grundsätzlich neues zu erfinden, ist schwer. Einfacher ist es immer, Bekanntes zu verfremden. Heraus kommt nicht wirklich neues.
Deine Enttäuschung über Enjas Sphärengesang für die Elfen in HdR ist also nachvollziehbar, weil Dein persönlicher Anspruch zu hoch war. Mir hatte es gefallen. Vielleicht hat mir aber auch nur die Musik gefallen.
Für mich gehört der Operngesang der Diva im „Das fünfte Element“ immer noch zu die außerirdischte Musik. ---> hier. Dabei entspricht die Musik melodisch meinem Erfahrungsschatz und ist nicht neu. Ich finde, dass die unerwartete Art der Aneinanderkettung von Takten? und Tönen das Neue war.
Verzeihe meine laienhafte Erklärungsversuche.
 
zur Musik der Elfen:
Bei den Dunkelelfen habe ich meine Zweifel, dass sie „wertvolle“ Zeit für Musik als alleinige Tätigkeit aufbringen. Ich spreche ihnen nicht ein ästhetisches Empfinden ab. Ich glaube nur, dass sie Musik als Unterhaltung als „unnützlich“ und dekadent empfinden.
Wenn man die Musik parallel mit einem Bewegungsablauf, einer Handlung oder einem Herstellungsprozess verbinden, dann könnte ich mir vorstellen, dass sie Musik als Mittel der Steigerung der Effizient betrachten.
Z.B. Musik als Begleitung von Kampfschritten um im richtigen Takt die Bewegungen zu erlernen. Oder Musik als Begleitung bei einer Orgie.
Wäre interessant sich mal mit Zokora über ihre Empfindungen auf den aldanischen Botschaftsball näher betrachten zu können.
 
Bei den Hellen (Elfen) kann ich mir vorstellen, dass Musik einen hohen Stellenwert in der Zeitvertreibung hat. Nur wie entwickelt ein Volk, dass lustlos am Leben ist und häufig die Arbeiten auf den nächsten Tag schiebt neue Musik/Lieder. ---> Eher gar nicht oder dauet es nur sehr lange.
Vielleicht wurde das letzte neue Lied der Hellen vor Jahrtausenden komponiert und sie wiederholen nur uralte Rituale.
Ein Elf aus dem  Volk, dass launisch wie Quecksilber ist, kann dieser sich so viel Zeit nehmen, ein ganzes Musikstück fertig zu schreiben. Ist die Musik evtl. genauso wechselhaft wie der Komponist und wechselt andauert zwischen Leichtigkeit und Schwere, Traurigkeit und Freude.
 


Musik

Wirklich interessant, wie speziell und wissenschaftlich man an Musik herangehen kann.
-----------> Tja, es gibt sogar eine Spezies Mensch (habe mal ab an und an mit ihr zu tun), die "Musikwissenschaftler" genannt werden. Ja ja, Musikwissenschaft ist ein anerkanntes Fach!
Zwergischer Kehlengesang, was für eine tolle Idee! Ich möchte ja gar nicht Havalds Kommentar dazu hören, wenn ihm die aldanische Tanzmusik schon in den Ohren schmerzte! Den Infraschallgesang der Titanen fände ich auch interessant. Wahrscheinlich kann man ihn als Waffe benutzen...
 
Zur Musik in Science-Fiction und Fantasy-Filmen: Hier finde ich persönlich etwas ärgerlich, dass die Regisseure unglaubliche Energie und Geld verschwenden, um neue optische Sensationen zu erfinden und musikalisch einfach nur altbacken bleiben (Avatar von James Cameron; hab das auch in meinem Lexikonartikel erwähnt!). Es gibt nur wenige derart intelligente und vielseitig interessierte Regisseure wie Stanley Kubrick. Was der in 2001 gebracht hat, war eben nicht nur visuell, sondern auch auditiv revolutionär. Auch Walt Disney war mutig genug, Sacre du Printemps von Stravinsky in "Fantasia" einzufügen (und hat damit prompt Schiffbruch erlitten). Hier eine interessante Beobachtung aus einem Musikkurs, den ich mal geleitet habe. Ich spielte der Gruppe erst einmal die moderne Musik von Ligeti vor, und es machte sich merkbare Unruhe breit. Die Musik war ihnen unbequem. Dann schauten wir den Film und alle meinten nachher, dass Bild und Ton wunderbar zusammengepasst hatte und sie so die Musik auch besser genießen konnten. Hier ein kleiner Ausschnitt: http://www.youtube.com/watch?v=GPKg2c_bRCs
Musikalisch gut fand ich auch Blade Runner: http://www.youtube.com/watch?v=4n298WTxjPc&feature=related
 
Der Diva-Gesang aus dem 5. Element hat mir durchaus gefallen, auch damals, als ich den Film das erste Mal gesehen hab (ich glaub, ich hab in sogar nur einmal gesehen...). Ist ja eine Konzertszene im Film und es haben (unter anderem) Menschen zugehört. Was dort interessant ist, ist die Stilvermischung und der Tonumfang der Sängerin. Natürlich ist es alte Arienform (langsame Einleitung, virtuoser Schluß), aber es funktioniert.
 
Zu Deinen Überlegungen zu den Dunkelelfen ihrem musikalischen Bezug: Ich stimme zu, Zeitvertreib ist es für sie bestimmt nicht. Eher etwas Mystisch-Magisch-Rituelles. Etwas, dem sie, wie allem, ihre volle Hingabe und allen ihren Ernst widmeten. Ich kann mir gut eine primär rhythmisch geprägte Musik vorstellen, die ziemlich düster ist. Irgendwie kommt mir dabei das in den Sinn: http://www.youtube.com/watch?v=ooi7eomsTuc
Ähnliche Tänze könnten sie vielleicht vor ihren Ritualen abgehalten haben.
Z.B. Musik als Begleitung von Kampfschritten um im richtigen Takt die Bewegungen zu erlernen. Oder Musik als Begleitung bei einer Orgie.
---------> Genau (siehe oben)! Was die Kampfschritte angeht, das ist ziemlich schwierig! Natürlich muss auch ein Kämper einen Rhythmus finden und haben, das mit Musik zu verbinden? Hier ist es geschehen, wenn auch der Kampf im Vordergrund steht und die Musik nur kurz eine wichtigere (wenn auch ironische Rolle) zu spielen hat: http://www.youtube.com/watch?v=EECJepgBEkk&feature=related
Ich würde mir hier gerne eine ähnlich rhythmisch komplexe und nervige Musik wünschen wie die Choreographie! Aber die Dunkelelfen hätten wahrscheinlich mühelos Stravinsky und Jackie Chan verbunden!
 
Die Musik der hellen Elfen wird wahrscheinlich viel "dekadenter" sein als die der Dunkelelfen. Ähnlich wie Du geschrieben hast von möglicherweise unglaublicher Vielfalt. Ich wüsste gerne, welche Instrumente sie verwenden!
 
Bei beiden Arten nehme ich an, dass sie über ein feineres und differenziertes Gehör als wir Menschen verfügen und wahrscheinlich auch über einen leistungsfähigeren Verarbeitungsapparat (Gehirn). Von daher dürfte auch ihre Musik komplexer, von größerem Tonumfang und größerer Bandbreite sein.
Deshalb finde ich diesbezüglich die Musik aus dem 20. Jahrhundert so spannend, weil keine andere Epoche eine derartige Vielfalt an Musik hervorgebracht hat. Nicht, dass die Elfen ähnlich komponiert/musiziert hätten, aber diese Atmosphäre von Vielfalt kann für einen Schriftsteller außerordentlich befruchtend wirken. Man nehme nur mal die Brutalen Klänge und Rhythmen von Sacre du Printemps und die Shärenklänge von Lux Aeterna! Das ist geistiger Sprengstoff!


...

Erstaunlich wie interessant ich das Thema Musik finde und uninteressant Euer anderes mit dne Triböcken usw..
Dabei unterscheide ich bei Musik nur 2 Punkte: Gefällt! Gefällt nicht!
 
 
Hat das Mögen von Musik nicht auch viel mit der gesellschaftlichen Akzeptanz und dem persönlichen Erfahrungsschatz zu tun?
 
Wir Menschen haben zwar immer wieder mal eine neue Musikrichtung geschaffen. Meistens, denke ich, waren es Komponisten, die aus einem inneren Gefühl heraus sich gezwungen sahen, neues zu schaffen. Aber häufig waren es auch Querdenker oder man versuchte eine Abgrenzung zu Alten/Anderen, in dem man sich in neuen Richtungen bewegte.
Einige Beispiele sind in meinen Augen der Walzer, Jazz, Rock’n Roll oder der RAP.
Diese Ursache wird bei den Elfen aber fehlen. Im Band 2 stand glaube ich, dass die Elfen an ihren Bauwerken oder Kunst so lange fertigten und nie ein Ende fanden, so dass sogar die Götter sich langweilten.
Deshalb stimme ich Dir bei den hellen Elfen weniger zu, dass deren Musik so vielseitig ist. Werden sie nicht an einem Stück Jahrelang herumfeilen?
Anderseits hatten sie ja Jahrtausende Zeit und auch bei den Elfen wird es Aussenseiter geben. Siehe Irre Elfe oder Taride.
Man sollte mal Taride fragen, warum sie als Bardin zu den Menschen gegangen ist.
 


Dunkelelfen und Musik

Die Szene im Kronrat mit dem Dunkelelfenpriester in Aldar gibt einen Hinweis, dass es bei den Dunkelelfen zumindest eine rituelle und stark rhythmisch geprägte Musik gab. Das gleiche gilt für den Angriff der Feindlanze in der Rose.
Musik wirkt direkt auf das limbische System, ohne sich groß mit dem Umweg über die höheren Gehirnwindungen aufzuhalten. Mögen und Nichtmögen...:-) (übrigens das Lieblingsthema der meisten Menschen). Insofern könnten die Dunkelelfen sicher eine Musik gefunden haben, die sie selbst bis zu extatischer Raserei bringt und/oder den Gegner zutiefst verängstigt. Habt ihr mal im Kino genau zugehört, warum manche Szenen so bedrohlich wirken, obwohl man (fast) nichts hört? Die Lautsprecher geben tiefe Töne an der Grenze zum Infraschall ab, die man mehr körperlich fühlt, als hört. Elfen haben ein anderes (weiteres?) Wahrnehmungsspektrum, unendlich viel Zeit, somit haben sie mittlerweile sicher die Wirkung ihrer Musik (und ihres Auftretens etc.) perfektinoniert und auf ein ganz anderes Level gebracht als die Menschen. Man stelle sich einen Menschen aus der Antike oder dem Mittelalter vor, der das hört, was meint ihr, wie der reagiert?: http://www.youtube.com/watch?v=S1i5coU-0_Q
 
Bei dieser Gelegenheit der einzige Fantasyroman, der Musik zum Hauptthema hat: Soul Music (dt. Rollende Steine) von Terry Pratchett!!! Einfach nur genial und sogar mit guten Musikbeobachtungen und -beschreibungen! Werde im Lesethread mal eine Empfehlung schreiben...


Musik

Wollte zuallererst DNob beipflichten, dass ich es mit ihn gleichhalte: Mögen und Nicht mögen!
 
Zu den hellen Elfen: Wir wissen ja von zwei Barden: Taride und Talisan.
Nur Barden kreieren keine Musikstücke oder? Und sie singen mehrheitlich "Heldenlieder" denke ich mal. Merkt man ja auch in der Eule und Kronrat. Da spricht Taride von Stücken, die mir wie in Musik gefasste Epen erscheinen. Verzeihung, wenn das jetzt murks ist - Musiklaie und so :)
 
Irgendwo wird auch mal erwähnt, soweit ich mich erinnere, dass man bei den hellen Elfen sich gegenseitig Geschihcten erzählt/ Lieder vorsingt. Oder verwechsle ich das gerade?
 
Kam mir so vor, als müsste das im 4. Band stehen. Würde sicher passen, zu dem was wir wissen. Für orchestrale Musik braucht man natürlich entsprechend viele Leute. Zu Hochzeiten gab es das womöglich. Aber jetzt, da die Elfen stark zusammengeschrumpft sind (5000?), wird das schwierig.
 
Ich kann mir vorstellen, dass sie schon allein mit dem Bau und der Perfektionierung der Instrumente eine Vielzahl an Jahrzehnten verbracht haben. Pro Generation Instrumentebauer!
Dann kommt noch das Schreiben der Stücke. Und erst die Probe. Da wird sich sicher einer über den anderen beschwert haben, er habe im Part x eine halbe Oktave zu hoch gesungen etc.
Hinzu kommt, dass die hellen Elfen ja angeblich nicht sonderlich fleißig, sondern gemächlich sind, aber nichtsdestotrotz Perfektionisten.
____________________________________________________________ Macht ist dem Frieden verpflichtet - Die Eule von Askir, Seite 134; Askannons Leitsatz


Taride

Taride hatte ich kurzzeitig aus dem Kopf gehabt, aber es stimmt. Hatte mich heute auf dem Weg zur Arbeit daran erinnert und mir vorgenommen, heute zu posten. Du warst schneller, Cepheid.
Da spricht Taride von Stücken, die mir wie in Musik gefasste Epen erscheinen.
---------> Ganz und gar kein Murks, da pflichte ich Dir nämlich voll bei! Epen wurden früher gesungen deklamiert. Bei den Varländern schlägt das ja auch durch. Soviel ich weiß, wurde der Inhalt auch vor allem mündlich überliefert.
Bei den Elfen könnte das ähnlich sein. Musiknotation ist ein sehr aufwändiger Vorgang gegenüber dem Schreiben von Worten und daher auch eine recht neuzeitliche (und europäische) Erfindung. Die Elfen könnten einen Kanon von rituellen Gesängen notiert haben, wie sie vielleicht auch manche Geschichten aufgezeichnet hatten, aber so wie ich sie einschätze, überliefern sie hauptsächlich mündlich. Ähnlich wie in der Magie.
 
Orchester wird es in Askir wohl (noch?) nicht geben, weil es dazu ein sehr reiches und vielfältiges Instrumentarium braucht, das so wahrscheinlich einfach nicht vorhanden ist. In den Tempeln stehen ja nicht einmal Orgeln, eines der ältesten Instrumente in unserem Kulturkreis (noch aus der Römerzeit). Daher meine Orgelgeschichte...
Ziemlich sicher aber gibt es geistliche Gesänge in den Tempeln, daher wahrscheinlich auch Chöre. Auch die hellen Elfen werden wohl viel singen, auch im Chor. Was ihre Instrumente betrifft, da stelle ich mir immer noch diese magischen Klangkristalle vor, die auf geistige Schwingungen ansprechen und dann den Ton/Klang von sich geben, den der Spieler gerade denkt. Taride hat ja Menschengedichte und -gesänge/Lieder gesungen und auch eine Laute gespielt. Mir ist nicht ganz klar, ob Elfen auch unter sich Lauten verwenden, aber ich kann es mir schon vorstellen. Lauten klingen recht fein und sanft und verweigern sich grobem Zugriff.


musik

Orchester wird es in Askir wohl (noch?) nicht geben, weil es dazu ein sehr reiches und vielfältiges Instrumentarium braucht
-> Ich meinte ja auch die Elfen, bei Askir stimme ich zu.
 
Epen wurden früher gesungen deklamiert.
-> Also in Rom wurden sie laut dem, was ich gelernt habe in einem Art Sprechgesang rezitiert. D.h. dass bestimmte Silben in den Zeilen betaont wurden, andere nicht. Das Fachwort heißt Metrum. Aber da weißt du wohl besser bescheid.
Ich glaube mich zu erinnern, dass es bei den Epen nicht Metrum hieß, weil es öfters aus zwei Metren aufgebaut war. Aber all die Fachwörter und das alles habe ich nach etwas über einem halben Jahr bereits glücklich vergessen.
Auf jeden Fall hört es sich irgendwie lustig an.
 
Wies im Mittelalter war, weiß ich nicht. Ach ja: Auch wen die lateinischen Epen nicht für Musikstücke geschrieben wurden, hat der Autor wegen des Rythmuses sehr, sehr lange daran gearbeitet. Mein Lateinlehrer meinte mal ein paar Zeilen pro Tag.
____________________________________________________________ Macht ist dem Frieden verpflichtet - Die Eule von Askir, Seite 134; Askannons Leitsatz


@phanto: Deutsch, nicht Fachsprache, Danke!

Edit: Ok, etwas vorschnell, so viele waren es gar nicht. Aber die wenigen Fremdwörter kannst du ja noch übersetzen.
____________________________________________________________ Macht ist dem Frieden verpflichtet - Die Eule von Askir, Seite 134; Askannons Leitsatz


Fachwörter

Ja und sag mal Deine Formeln, wo mir nur der Kopf schwirrt???ggg:-)
Ok, erkläre ich gerne.
 
Pythagoreisches Komma: Wenn man auf einem Klavier sieben Oktaven hinaufgreift kommt man auf der gleichen Taste an, wie wenn man das Gleiche mit zwölf Quinten macht. Würde man allerdings alle Intervalle "naturrein" spielen, wäre der letzte Ton der 12 Quinten einen Viertelton höher als der mit den 7 Oktaven. Auf dem Klavier sind daher alle Quinten kleiner als naturrein, weil man das bei ihnen nicht so merkt wie bei den Quinten.
Siehe dazu auch den Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Pythagoreisches_Komma
 
Enharmonik: Verwechslung von Tönen. Die Töne Cis und Des haben auf dem Klavier die gleiche Taste, gehören aber unterschiedlichen Tonarten an und werden daher von Saiten- und Blasinstrumenten (die stufenlose Klänge erzeugen können) auch anders intoniert (Cis wird höher gespielt als Des).
 
Pentatonik: Fünftonsystem; klingt ein bisschen so http://www.youtube.com/watch?v=6GSTtgc_fuU


fachwörter

Ja und sag mal Deine Formeln, wo mir nur der Kopf schwirrt???ggg:-)
-> Es sind nicht "meine" Formeln. ^^
Die einzigste Forme, die ich je entwickelt habe ist:
x²- ((x-z)²) = z*y
für (z+y) / 2 = x
und z<y und z < x.
 
Falls du Erklärungen haben willst, frage nur. Ach ja: obige Formel kann man auch so darstellen:
2x - z = y. Je nach Nutzen. Übrigends habe ich sie gerade etwas abgewandelt, weil mir etwas neues auffiel. Ursprünglich musste der Betrag des Abstandes (postitive Zahl) zwischen x und z und x und y gleich sein. Dafür habe ich die Formel auch bewiesen, für obige Neuerung noch nicht. Allerdings kann man die Auflösung unter Beachtung der Bedingungen durchaus als rudimentären Beweis sehen.
Praktischer Nutzen? Wenn man z.B. 23*27 im Kopf berechnen will. Dann ist klar, dass es 25*25 - 4 also 621 ist.
Hilft natürlich nur, solange man bestimmte Quadratzahlen auswendig kennt.
Die Formel lässt sich sicher noch erweitern auf andere Fälle. Aber im Zeitalter von Taschenrechnern verschwendete Zeit.
____________________________________________________________ Macht ist dem Frieden verpflichtet - Die Eule von Askir, Seite 134; Askannons Leitsatz


Ich hab nix gesagt...:)

Ich hab nix gesagt...:)


my take

Es ist Fantasy und ich habe es natürlich nicht BWL mäßig durchgerechnet. In meiner Vorstellung ruht Askirs Macht nicht auf den Legionen, sondern auf der wirtschaftliche Stärke.
Wir haben hier eine unangreifbare, zum großen Teil (notwendigen Teil) selbstversorgend, mit einer stabilen Regierung und einem ausreichend gerechtem System, zudem eine Art Staatskapitalismus, d.h. es wird von zentraler Stelle aus investiert.
Die Bevölkerung wird ausreichend gerecht behandelt,d.h. es ist in Askir jedem möglich Bürgerrechte zu erwerben und so dann auch geschäftlich tätig zu werden. Landwirtschaft basiert auf Erbpacht, d.h. Das Land gehört ihnen nicht, aber sie können darauf bauen, dass nachfrolgende Generationen auch etwas von ihrer Arbeit haben.
Zu Askannmons Zeit gab es einen Ständerat, ähnlich wie ein Parliament, dessen Vertreter von den jeweilen Ständen gewählt wurden. Wie demokratisch dass dann war, steht auf einem anderen Blatt. Die Aufgabe des Ständerats, in dem dann auch Handel, Banken und Gilden aber eben auch Bauern zu finden waren, war, den Kaiser zu beraten. D.H. ihm ihre Nöte vorzutragen. Er entschied dann, unter Anhörung der anderen Räte, was zu tun wäre.
Die Hochkommandanten, die als Stellverteter Askannons fungierten, besaßen nicht dessen persönliche Macht und EInfluss, was zu Folge hatte, dass sie sich meist Mehrheitseintscheidungen beugten. Solange man das Militärbudget nicht antaste oder seine Kompetenzen in Sicherheitsfragen nicht beschnitt, wurde hauptsächlich durchgewunken.
Eine Folge davon war, dass die Seestreitkräfte Askirs, vom Vertrag ja unberührt, an Umfang zunahmen, schließlich galt es ja Handelsstraßen zu schütrzen und Konkurrenten zu erdrücken oder zu erpressen.
Es gab und gibt zudem noch einen Gilderat, in dem die Gildenmeister sitzen und ebenfalls eine enorme wirtschaftliche Macht besitzen. In Askir gibt es mehr Manufakturen als in allen anderen Königreichen zusammen und ihre Geheimnisse werden eifersüchtig gehütet. Sie verfügen über ein Gildenrecht, das ihnen auch erlaubt 'Verräter' zu richten. Natürlich gibt es auch Verbindungen zum Handel und der Finanz, was zur Folge hat, dass die Gilden auch im Handelsrat vertreten sind.
Der Handel in Askir wiederum basiert auf Einkauf von Rohstoffen und Export von überlegenen Endprodukten. Sie sind deshalb überlegen, weil Askir über ein Bildungsniveau verfüpgt, das in Europa erst im 19ten Jahrhundert erreicht wurde, um Bürgerrechte zu erhalten, muss man zumindest rudimentär lesen und schreiben können, sodass fast 70% der Bürger literat sind. Dazu kommt die Forschung, die ursprünglich von den Eulen betrieben wurde und in manchen Bereichen (in dem Konstrukt einer Welt, in der Magie existiert) dem wissenschaftlichen Niveau des frühen zwanzigsten jahrhundert entspring, bzw. dieses manchmal überschreitet.
Auch wenn die bisher dargestellten Eulen in der AUssenwirkung eher klassischen Magiern gleich, sind sie doch eher Technomancer, d.h. sie verbindet technik und Magie miteinander... zudem funktionieren die aus unserer Welt berkannten Naturgesetze auch in Askir. Zum Beispeil wäre eine Dampfmaschine denkbar, die ihre Befeuerung nicht von Kohle oder Holz bezieht, sondern von einem Kristall, der sich aus dem Weltstrom auflädt.
Dieser Wissensvorsprung, der sich vor allem auf Fertigungstechnologien bezieht, und der eifersüchtig von den Gilden bewacht wird, äussert sich eben in hochwertigern Produkten, die sich auf dem Markt durchsetzen können... kaiserlicher Stahl ist rostfrei, wird in Walzstraßen verdichtet und jedem anderen überlegen. Der Aufwand, das Geheimnis dieses Stahls zu entschlüsseln ist für die anderen Königreiche sehr hoch und selbst dann fehlt die Fertigungstechnologie selbst. Dazu kommt dann noch, dass es in Askir Akademien gibt. Der Zugang zu diesen Akademien ist für jeden frei, der die Voraussetzungen erbringt, aber es gibt kein Bafög, und  man muss es sich leisten können 5 Jahre seines Lebens auf Erwerb zu verzichten... also doch wieder nur etwas für die Eliten.
Seit Askannons Abdankung hat die Macht des Handelsrats zugenommen. Hier sitzen eben keine bauern, sondern die selbsternannte Oberschicht von Gildenmeistern, Händlern oder Bankiers und keine Bauern, deren Platz wird von den lebenmittelhändlern übernommen.
Ohen einen Kaiser, der keine Rücksicht auf politischen kleinkrieg nehmen musste, ist der Ständerat nur ein Werkzeug des Handelsrats, der, abgesehen davon, dass Handel und Fertigungd und das Bankenwesen selbst im Ständerrat vertreten ist, schlichtweg widersprechende Stimme erdrückt oder erkauft hat. Auch etwas, das nicht möglich war, als Askannon regierte, ihn anzulügen, habe ich gehört, soll sehr schwer sein : )
Was Askir wenigstens zum teil vor Raubtierkapitalismus schütze waren die kaiserlichen Gesetze... und dass die gesetzgebende Gewalt NUR beim Kaiser lag. Der Handelrat konnte kreative Wege gehen um die Gesetze zu umgehen, aber sie nicht ändern. Hier habe ich mir erlaubt in Askannon einen gutmütiigen Militärdiktator einzuführen, der wusste, dass sozialer Freiden gewahrt werden muss, sprich, die Bürger Askirs (nur die) müssen Essen genug bekommen, ein Dach über dem Kopf haben und eine Aussicht darauf, durch Arbeit Erfolg zu haben. Insofern sind die Steuergesetze gerecht, und es gibt eine Preisbindung... die bsp. den Ertrag landwirtschaftlicher Tätigkeit prozentual an die Preise am Weichmarkt bindet... allderings nicht an die Erträge, die Händler an anderen Orten ausserhalb Askirs erzielen.
 
Eine weitere Einschränkung des puren Kapitalismus erfolgt durch die Priesterschaft (wahrhaftig vorhandener) Götter. Auch Händler können sich nicht herausreden, wenn man sie eines Verbrechens bezichtigt... letztlich kann es ihnen auch geschehen, dass sie im Borontempel schwören müssen, dass sie die Wahrheit sagen. Lügen haben dort dann unangenehme Nebeneffekte.
Dazu kommt noch, dass die Tempel die Bildung und Sozialfunktionen übernehmen. Schilen sind, mit einer Ausnahme, Tempelschulen, nach dem Bild des Gottes ausgerichtet. Boron zum beispiel wird von dem größten Teil der Legionen verehrt... und der schreibt Gerechtigkeit vor.
Es ist sozusagen sozial nicht akzeptiert, andere zu betrügen... übervorteilen allerdings ist erlaubt, dummheit ist strafbar :)
Eine vergleichweise hohe Bildung, harte Gildengesetze, die Technologievergabe unnachgiebig besttraft, Staatskapitalistische Ausrichtung, Protektionismus, militärische Unantastbarkeit und einigermaßen gerechte Gesetze, eine Wirtschaft, die auf Produktion von 'Hochtechnologie' fusst, die keine Konkurrenz besitzt, all das zusammen haben in Askir eben den Effelt ergeben, dass es die reichste Stadt in den sieben Reichen ist. Inwieweit dies der Realitätsprüfung standhalten würde, sei mal dahingestellt.
 
Es ändert aber nichts daran, dass Askir eine Monarchie ist, die alle Staatsgewalt in der Persondes Kaisers konzentriert und es, ausser den Tempeln, keine Sozialstruktur gibt. Die Gilde zahlt Pensionen, das Militär auch, ansonsten ist jede Zukunftsicherung Sache des einzelnen... aber durch die gesetzlichen Grundlagen ist es wenigsten möglich.
Ach ja... es gibt Banken. Aber es sind weitestgehendst Handelsbanken, d.h. sie finanzieren Handelsgeschäfte oder investieren in die reale Wirtschaft. Es gibt Zinsen, aber sie sind von Gesetz her niedrig... und sowohl Steuer als auch Tempelabgaben sind nicht gedeckelt, der Zehnten für den Kaiser, der Zehnten für die Götter, gilt auf alle Erträge, zusätzlich gibt es auch noch Tarife, Gildenabgaben und Ähnliches.
Man kann in Askir durch eigene Hände Arbeit vermögend oder Reich werden, gesetzlich gibt es keine Schranken, wer was werden kann. Aber natürlich verteidigen die Besitzenden und Machthaber ihre Pfründe vehement. Ausüchsen wird dadurch der Zahn genommen, dass man in den Tempeln der Lüge problemlos der Lüge überführt werden kann. 
 
Aber wer auf seinem Weg scheitert, kommt unter die Räder. Ein Soziales Netz gibt es nur für die, die es geschafft haben, in die Gilden aufgenommen zu werden. 
 
Ich habe Askir nicht als ein ideales System geplant, es ist beabsichtigt, dass es dort bitterste Armut und auch Ausbeutung und Vorteilsnahem gibt... aber im Gegensatz zu unserer Welt können die Machthaber nicht dauerhaft erfolgreich lügen.
 
Vielleicht ist es schon aufgefallen, dass meine Protagonisten ziemlich ehrlich sind, sie verschweigen viel, aber gelogen wird meist nicht. Irgendwie wünschte ich mir, dass wir das von unseren Anführern auch erhoffen könnten.
 
lg
RS
 
 
 
 
 
 
 


an Herrn Schwartz

Bei Askir handelt es sich um fiktive Literatur. Ist klar!
Es macht nur Spaß über die Logik einer fiktiven Kultur, Wirtschaft usw. zu diskutieren.
 
Bitte verstehen Sie deshalb meine Bemerkung an Ihren Text als Hinweise auf Logikfehler und Verständnisfragen, Herr Schwartz.
 
 

  • Eine Folge davon war, dass die Seestreitkräfte Askirs, vom Vertrag ja unberührt, an Umfang zunahmen, schließlich galt es ja Handelsstraßen zu schütrzen und Konkurrenten zu erdrücken oder zu erpressen.
    ---> Welche Konkurrenten sind damit gemeint? Nach dem Vertrag wurde das Großreich in einzelne souveräne Königreiche aufgeteilt. Sind die Händler aus diesen Ländern und aus Xiang gemeint, oder unterhält Askir Handelsbeziehung zu weiteren bis jetzt unbekannten Ländern?
  • Dazu kommt die Forschung, die ursprünglich von den Eulen betrieben wurde und in manchen Bereichen (in dem Konstrukt einer Welt, in der Magie existiert) dem wissenschaftlichen Niveau des frühen zwanzigsten jahrhundert entspring, bzw. dieses manchmal überschreitet.
    ---> Wenn die technologische Entwicklung einzig auf die Eulen zurückging habe ich meine Zweifel, das in Askir wirklich ein Niveau des 20. Jahrhundert erreicht werden konnte. Die Eulen war immer schon nur wenige Personen (<50 People).
    In unserer Welt kam es zur industriellen Revolution als die Forschungen und Entwicklungen von einer breiteren Maße z.T. sogar parallel und gleichzeitig von verschiedenen Personen erfolgte. Im Mittelalter war die Bildung nicht weit verbreitet, deshalb waren Erfindungen von einzelnen Genies abhängig. Erst mit der systematischeren Forschung und dem Austausch kam es zum Sprung in der Entwicklung.
    Sie schreiben selbst weiter unten, dass die Akademien in Askir mit eine Ursache für den Vorsprung von Askir waren. Da passt Ihr Satz hier nicht.
    Neben den Eulen gibt/gab es im Militärischen Bereich noch die Biber und die Federn, die sich bestimmt wesentlich an der Forschung beteiligten.
    Ein Großteil der Forschung benötigt (Labor)versuche. Dafür werden die Handwerker und Gilden ihren Teil beigetragen haben.
  • kaiserlicher Stahl ist rostfrei, wird in Walzstraßen verdichtet und jedem anderen überlegen.
    ---> Rostfreier Stahl neigt zu einem gröberen Gefüge. Damit lassen sich in der Regel nur schlechtere Klingen herstellen. D.h. für Schwerter sind Kohlenstoffstähle – die nicht rostfrei sind – die bessere Alternative. Das Ganze Handling von rostfreien Stählen in der Fertigung ist ungleich komplizierter. Man bekommt damit zwar eine Rüstung die nicht rostet. Wird diese aber beschädigt (z.B. im Kampf) ist ein Reparieren unter Gefechtsbedingungen auf einem Schmiedfeuer nicht möglich.
    Ist in meine Augen auch weniger ein Vorteil.
  • Der Aufwand, das Geheimnis dieses Stahls zu entschlüsseln ist für die anderen Königreiche sehr hoch und selbst dann fehlt die Fertigungstechnologie selbst.
    ---> Wenn es um große Bleche und Profile geht, dann ist eine bestimmte Fertigungstechnologie erforderlich. Ansonsten kann man alles Erforderliche auch in einer größeren Schmiede herstellen! Wenn in den anderen Königreichen entsprechend Energie reingesteckt wird, dann kann dieser Vorsprung noch Askir gebrochen werden.
  • Dazu kommt dann noch, dass es in Askir Akademien gibt.
    ---> Wer lehrt an den Akademien? Die Eulen müssen die Grundfertigkeiten in Mathematik und Wissenschaften evtl. BWL an andere weiter gegeben haben. Seien es nur auch Bücher.
    Bei uns sind die Professoren wesentlich an der Forschung beteiligt. In Askir könnte eine ebensolche Elite die Rolle der Eulen in vergangenen Jahrhunderten übernommen haben. Wäre schön mal über den Akademien mehr zu erfahren.
  • Eine vergleichweise hohe Bildung, harte Gildengesetze, die Technologievergabe unnachgiebig besttraft,
    ---> Wie setzen die Gilden ihre Gesetze durch? Üblicherweise werden Spione mit dem Wissen sich ins Ausland absetzen. Mit Tod und schlimmeren kann man einen Druck auf die Arbeiter aufbauen, sich an die Gildenregeln zu halten. Wenn aber jemand sich darüber hinwegsetzt, weil er die Gefahr nicht scheut, weil er glaubt nicht entdeckt zu werden (Verlockung in Gold zu groß) dann schreckt das nicht ab. Wie wurde 700 Jahre lang das KnowHow geschützt?
    Im alten Italien war die Herstellung von Spiegeln ein großes Geheimnis. Die Manufakturen standen nur auf einer Gefängnisartigen Insel. Trotzdem ist irgendwann das Herstellungsverfahren aus Italien verschwunden.
    Haben die Gilden eigenen Assassinen, die im Ausland agierten?
  • Staatskapitalistische Ausrichtung, Protektionismus, militärische Unantastbarkeit und einigermaßen gerechte Gesetze, eine Wirtschaft, die auf Produktion von 'Hochtechnologie' fusst,
    ---> Die Hochtechnologie fusst auf die Verknüpfung von Magie mit Technologie. Mit dem Abflauen der magischen Ströme arbeiten z.B. dass große Schmiederad nicht mehr. Wenn, wie Cepheid schon erwähnte, nicht auf Wasserkraft umgeschwenkt wurde, dann gibt es in Askir nicht wirklich eine Hochtechnologie.
  • Es gibt Zinsen, aber sie sind von Gesetz her niedrig... und sowohl Steuer als auch Tempelabgaben sind nicht gedeckelt, der Zehnten für den Kaiser, der Zehnten für die Götter, gilt auf alle Erträge, zusätzlich gibt es auch noch Tarife, Gildenabgaben und Ähnliches.
    ---> Wer hat die eingetrieben? Steuereintreiber. Gab es eine Einkommensteuererklärung?
    Hat der Staat auch für die Tempel die Steuern eingetrieben?
    Die Bürger werde insgesamt nicht alles freiwillig gezahlt haben?

 


@ R.S.

in der Magie existiert) dem wissenschaftlichen Niveau des frühen zwanzigsten jahrhundert entspring, bzw. dieses manchmal überschreitet.
-> Die Magie selbst zählen sie nicht wirklich dazu oder?
=> Raumportale, Schilde, Psyonik usw.
 
Zum Beispeil wäre eine Dampfmaschine denkbar, die ihre Befeuerung nicht von Kohle oder Holz bezieht, sondern von einem Kristall, der sich aus dem Weltstrom auflädt.
-> Den Gedanken hatte ich auch schon - und ähnliche. Nur wollten sie eine mittelalterliche Welt. Sie haben damals, als die Diskussion in die Ricdhtung ging ja gleich für einen Stopp gesorgt.


kaiserlicher Stahl ist rostfrei, wird in Walzstraßen verdichtet und jedem anderen überlegen
-> Ich denke irgendein Traditions-Schmied irgendwo in Askir oder Xiang... würde ihnen da mächtig auf die Finger klopfen. Sofern es um ein Endprodukt geht, ist Einzelfertigung in solchen Fällen immer überlegen. Wenn es natürlich nur um den Massen-Rohstoff Stahl geht, sieht es anders aus.


Der Zugang zu diesen Akademien ist für jeden frei,
->was ich mich seit einiger Zeit frage ist, ob das Zahlensystem, das sie haben polyadisch ist. D.h. ein Stellenwertsystem wie unseres.
Das bringt die Naturwissenschaft nachweislich voran, während andere Zahlensysteme für eine Stockung sorgen.
Nach gut 1500 Jahren müssten sie dann aber wesentlich weiter sein.
Sie müssten doch längst so Phänomene wie Elektrizität entdeckt haben.
 
und dass die gesetzgebende Gewalt NUR beim Kaiser lag
->  Nicht so toll. Aber was ist in seiner Abwesenheit? Er muss ja dann beabsichtigt haben zurückzukommen. Oder meinte er, es gibt sicher einen (gerechten) Nachfahren.
 
Ich habe Askir nicht als ein ideales System geplant, es ist beabsichtigt, dass es dort bitterste Armut und auch Ausbeutung und Vorteilsnahem gibt... aber im Gegensatz zu unserer Welt können die Machthaber nicht dauerhaft erfolgreich lügen.
-> Immerhin ist dann Askannon ja wirklich nicht so toll, wie er immer darsgestellt wird. Besser so.
 


Vielleicht ist es schon aufgefallen, dass meine Protagonisten ziemlich ehrlich sind, sie verschweigen viel, aber gelogen wird meist nicht. Irgendwie wünschte ich mir, dass wir das von unseren Anführern auch erhoffen könnten.
-> Ja, eine betrügerischer Carakter würde auch nicht in die Gruppe passen.
____________________________________________________________ Macht ist dem Frieden verpflichtet - Die Eule von Askir, Seite 134; Askannons Leitsatz


Askir: Gilden und Wirtschaft

Irgendwie habe ich das Problem mir die Gilden in Askir als gwöhnliche Mittelalterliche Gilden vorzustellen. Askir scheint mir einen manchesterkapitalismus als Staatswirtschaft zu haben. Das heißt, es dreht sich allein ums Geld. Für soziale versorgung sind alleine die Tempel zuständig, die Stadt oder das Reich hält sich da raus.
Anscheinend ist die Kaiserin und vielleicht der Kommandant fähig eine Kriegswirtschaft zu befehlen. Wobei momentan noch die normale Wirtschaft zu laufen scheint, nur dass sie die Mitglieder des Handelsrates (= Großindustrielle) mit extra Kriegssteuern belastet haben, und sie zu einer "Spende" in die Kriegskasse gezwungen haben.
Ich kann mir Gilden als Monopolhalter für einen Berufsstand nur schwerlich vorstellen. Das funtkioniert einfach mit Askirs schneller Kapitalistischer Wirtsschaft nicht. Die Handelsherren hätten in den 500 Jahren seit Askannons abdankung alles getan um deren Macht so weit wie nur möglich auszuhöhlen. Meister von Außerhalb einladen, Streikbrecher bezahlen, Mord Anschläge starten.
Der Meister der Schmiedegilde scheint immer einer bestimmten Famile anzugehören. Das kling für mich vielmehr so als hätte Desina's Familie das Monopol auf Schmiedeprodukte, oder zumindest den Besitz der Mehrheit der Schmiedebetriebe in Askir. Das ist keine wirkliche Gilde. Schmiedegilde ist einfach der Name des Familienunternehmens.
Desina's Opa ist Großkapitalist, die Askir Version von Krupp oder so.
 
Man hat im Kronrat ja einen guten Eindruck gewonnen, wer denn im Handelsrat die Macht hat. Die Großproduzenten, die Händler und die Bankiers. Wobei Händler und Bankiers auch noch oft die selben sind.
Vielleicht wird das Desina auch noch zum Vorwurf gemacht, sie stüzt ihr Familienunternehmen mit dem Krieg, denn die Waffenhersteller der Schmiedegilde profitieren doch am Meisten davon.
____________________________________________________________________
Money implies poverty - Iain M. Banks: The state of the art
Eine ausreichend fortgeschrittene Technologie ist von Magie nicht mehr zu unterscheiden.

Diese Seite wird von der Piper Verlag GmbH in Kooperation mit iRead Media betrieben.

AGB | Copyrights | Datenschutz | Impressum | Regeln | Kontakt

Alle Buchpremieren | Alle Bücher | Alle Lexikonartikel