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Hi, Ich möchte euch eine meiner Geschichten vor stellen. Viel Spaß.
Seite 1
Zähne
Roberto hatte Angst. Wovor wusste er eigentlich selber nicht genau. Seit ein paar Tagen hatte er das Gefühl, das irgendwann etwas Schreckliches geschehen würde. Nachts schien die Dunkelheit dunkler zu sein und sich auch am morgen nicht aufzulösen. Wenn er durch die Straßen ging, sah er das die Leute geduckt und hastig vorwärts eilten.
Alle schienen auf etwas zu warten. Seine Eltern stritten sich noch vielmehr als sonst und selbst im Fernsehen schienen nur seltsame und traurige Dinge zu kommen. Dabei hatte alles vor ein paar Tagen so gut angefangen. Er war fünfzehn geworden. Alle seine Freunde waren zu seiner Geburtstagsfeier gekommen und seine Mutter hatte alle mit Pommes, Pizza und Süßigkeiten versorgt. Die Jungs hatten jede Menge Spaß und die Mädchen saßen in der Ecke und haben abgelästert. Als Roberto am nächsten morgen an der Bushaltestelle stand, sah er am Haus gegenüber einen Möbelwagen halten. Endlich neue Nachbarn. Das kleine Haus, ein flacher Bungalow, war langsam etwas verfallen. Der Garten war zugewachsen Und es trieben sich wilde Katzen und Ungeziefer auf dem Grundstück herum. Dabei stand das Haus erst ein Jahr leer. Als Roberto an diesem Nachmittag ihn seinem Zimmer im ersten Stock Hausaufgaben machte, sah er immer wieder aus dem Fenster und beobachtete neugierig wer gegenüber einzog. Es schien eine junge Familie zu sein. In diesem Neubaugebiet, direkt am Stadtwald, wohnten viele Familien mit kleinen Kindern. Darum war das erst einmal nichts besonderes. Roberto sah einen jungen Mann in lässiger Freizeitkleidung, abwechselnd mit seiner Frau den Möbelpackern Anweisungen geben. Ab und zu wuselten zwei kleine Mädchen zwischen den Erwachsenen hin und her. Plötzlich blieben alle vier stehen und sahen zu Robertos Fenster hoch und lächelten. Unwillkürlich wurde er an Haie erinnert, die auf ihre Beute zuschwammen. Was natürlich Quatsch war. Die Familie machte einen sympathischen Eindruck und außerdem war es unmöglich das sie ihn von dort unten sehen konnte.
Die nächsten Tage wurde es mit seinen Eltern immer schlimmer. Sie stritten nur noch. Dazu kam, das die Schulferien angefangen hatten und Roberto mehr zu Hause war. Komischerweise begegnete er jedes Mal wenn er das Haus verlies jemanden von der Familie nebenan. Vor allem die kleinen Mädchen lungerten den ganzen Tag im Garten herum und beobachteten ihn wenn er die Strasse entlang ging. Beide waren blond und hatten große blaue Augen. Sie sahen aus wie die Kinder in dem alten Horrorfilm, den er vor einiger Zeit mit seinem Freund Leo angesehen hatte. Leo hatte sich zu Tode gelangweilt, aber Roberto fand es total unheimlich. Die Kinder waren geboren worden, nachdem alle in dem Dorf in Ohnmacht gefallen waren. Wie sie dann so zehn waren hatten sie die Macht an sich gerissen. Roberto hatte lange nach dem Film überlegt, wie es wohl wäre auch solche Macht zu haben. In den nächsten Tagen bemerkte er wie sein Vater öfter mit der Frau von gegenüber sprach. Sein Vater war schon längere Zeit zu Hause, weil er arbeitslos war. In letzter Zeit trank er sehr viel, was Roberto nicht verstand, weil sein Vater früher keinen Alkohol mochte. Gestern Abend gab es wieder einen Riesenstreit. Seine Mutter schimpfte über die “arrogante Ziege” von gegenüber die den lieben, langen Tag nur ihn der Sonne sitzt und den Männern hinterher glotzt. Wobei sie doch selber einen Hübschen hat. Und diese gestriegelten Bälger würden nur immer herumkreischen, so das sie den ganzen Tag Kopfschmerzen hat. Roberto beschloss etwas zu unternehmen.
Er fotografierte die beiden Mädchen von seinem Zimmer aus und stellte die Fotos in seinem Lieblingsforum “Schwarzwelten” zur Ansicht und Diskussion. Die Kommentare, die er bekam waren alle seiner Meinung. Das mit den Kindern etwas nicht stimmt und das sie seltsam wirkten. Die nächsten Tage beobachtete er das Haus gegenüber.Er würde etwas unternehmen. Er hatte alle Beweise, das die seltsame Familie Schuld an dem Streit seiner Eltern war. In den Filmen die er so gerne sah lief es immer genauso ab. Die Fremden kamen und saugten Blut oder verseuchten den Verstand. Aber ihm würde das nicht passieren. In den letzten Tagen war er immer öfter in den Foren und hatte sich vorsichtig Ratschläge geholt. Nun war er bereit er würde die Stadt befreien und ein Held werden. Alles würde gut und seine Eltern würden sich vertragen und Stolz auf ihn sein. Er hatte alles besorgt was er dafür brauchte. Alles lag sicher im Versteck. Mit dem Benzin war es etwas schwierig gewesen, aber die Grillanzünder hatte sein Vater noch in der Garage gehabt. Er war bereit. Nur noch die coolen Klamotten rausgelegt. Er wollte gut aussehen, wenn sie ihn feiern.
Heute Nacht.
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