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Abercrombie, Joe

Joe Abercrombie

Joe Abercrombie
 
Das Leben beginnt...
 
Das Jahr stirbt, aber nicht leise. Kälte überzieht das Land, Donnerschläge wie von großen Schlachten hallen von überall her wider und grölendes Geschrei, das an den Jubel nach großen Schlachten erinnert, läutet ein weiteres Jahr ein, das Hoffnung birgt und ebenso brutal mit ihr umgehen wird, wie jedes vorangegangene. Ein neuer erster Schrei mischt sich unter den der geübten Kehlen und stößt jene Luft erstmals aus, die eines Tages auch seine letzte sein wird.
 
So ungefähr könnte Joe Abercrombie den 31.12.1974 in einem seiner Bücher beschreiben. Wäre er kein Fantasy-Autor, der sich epischerere Spielplätze als unsere Welt für Geschichten heraussucht, und würde er sich selbst zum Gegenstand eben jener Geschichte machen. Denn an diesem Tag wurde er in Lancaster, England, geboren.
Nach diesem dramatischen und dennoch alltäglichem Ereignis wuchs er als Kind auf und verlebte eine recht normale Jugend in bürgerlichem Elternhaus und besuchte eine reine Jungenschule. In seiner Jugend nahm er den erstarkenden Trend der Computerentwicklung auf und machte sich eifrig daran, jegliche Spiele der damaligen Zeit auszuprobieren. Ihm genügten die vorgegebenen fiktiven Parallelwelten allerdings nicht und er entwarf seine eigenen Welten, von denen er ganze Landkarten anlegte.
Nach dem Schulabschluss begann er ein Studium in Fachrichtung Psychologie an der Manchester University. Während dieser Zeit, nach allerhand Computerspielen, Fernsehserien und auch dem ein oder anderen Bücherklassiker damaliger Fantasy, wuchs in ihm der Wunsch eine eigene Geschichte auf die Beine zu stellen. Es sollte eine Trilogie werden, die ein ganz neues Fantasygenre begründen sollte. Ein Barbar, der von einer Misere in die andere rutscht, sollte seine fesselnde Hauptperson werden und den Leser aberwitzig durch das Buch führen.
Es dauert nicht lange, bis er diese Schreibversuche abbrach. Joe Abercrombie ist 20 Jahre alt, studiert Psychologie, was er jedoch niemals als Beruf ergreifen wird und spielt weiterhin eifrig fiktive Spiele. Ausserdem ist er unzufrieden mit seinem Schreibstil.
 
Die Arbeit beginnt...
 
Das Studium endet für ihn erfolgreich, doch seine Karriere führt ihn zum Fernsehen. Er wird Filmeditor und beäugt dort die ein oder andere Koryphäe beim Entwickeln eines Drehbuchs. Er ist noch heute der Meinung dort viel gelernt zu haben. Vor allem für seinen Schreibstil.
Doch zunächst wohnt er nur in London, in einer stinkenden WG mit zwei etwa gleichaltrigen, aber teilweise übergeschnappten Männern, die bestrebt sind dem Wahnsinn noch vorm neuen Jahr ganz zu verfallen. Zum Filmeditor hat er es noch nicht gebracht. Das einzige was er bringt, ist Tee zum Platz der Angestellten einer Post-Production Company. Es dauert etwa zwei Jahre, bis er seiner Idee Editor zu werden nachgehen kann. Es klappt und er produziert u.a. mit Coldplay verschiedene Musikvideos.
Es kommt das Jahr 2002, die Idee der Trilogie, die ein ganz neues Fantasygenre begründen soll, ist über all die Jahre in ihm geblieben und sein Ehrgeiz erstarkt von neuem. Mit nunmehr achtundzwanzig und mehr Welterfahrung macht er sich wieder über seine imaginären Schauplätze her – und stellt fest, dass er viel besser geworden ist.
 
Der Erfolg beginnt...
 
Der erst Band der „First Law“ Trilogie, "Kriegsklingen" („The Blade Itself“) wird vom Gollancz-Verlag unter Vertrag genommen und stark unterstützt. 2006 erscheint das Buch und wird nach und nach zum Verkaufsschlager. Die nachfolgenden Bücher "Feuerklingen"(„Before they are hanged“) und "Königsklingen" („Last Argument of Kings“) schließen sich dem Erfolg an und machen Abercrombie zu einem gefeierten Jungstar der Fantasyszene. Dabei zeichnet sich seine Fantasy vor allem damit aus, größtenteils auf typische Elemente dieses Genres zu verzichten. Seine Magie spielt eine untergeordnete Rolle, es gibt keine Fabelwesen oder Metamenschen und auch sonst sind seine Charaktere erschreckend realistisch – mit einem Hang zur Selbstverachtung oder aber umgekehrt, zum Egoismus. Seine Bücher sind für den Leser manchmal wie eine interessante psychologische Studie, die Einblick in das Denken geschichtsträchtiger Menschen gibt – und sich selbst wiedererkennen lässt.
Sein nunmehr viertes Buch, „Racheklingen“ („Best served cold“) ist ein Einzelband, spielt jedoch in der „First-Law“ Welt.
Im Januar 2011 erschien sein fünftes Buch "The Heroes" in England, welches wiederum 4 Jahre nach Racheklingen angesiedelt ist - also in der selben Welt spielt. Es wird im Deutschen vom Heyne- Verlag "Heldenklingen" genannt und, wiedereinmal, mit einem wahlplakatartigen Cover versehen - einfach nichtssagend.
Auffällig an den englischen Ausgaben sind ihre Buchcover, da Joe Abercrombie selbst an ihnen mit Hand anlegen durfte. Sie wirken spezifischer und vor allem interessanter, da sie den Charme seiner Fantasywelt in sich tragen. Was durchaus Blutspritzer zulässt...
 
Die Familie beginnt...
 
Joe Abercrombie hat seit 2009 London den Rücken gekehrt und wohnt nun, zusammen mit seiner Frau Lou und seinen zwei Töchtern Eve und Grace, in Bath. Seit Mai 2011 wurde der familiäre Haushalt der Familie Abercrombie erweitert - Edward Lascelles Abercrombie, sein erster Sohn, wurde geboren.
Er arbeitet noch immer als Editor, widmet sich aber hauptsächlich dem Schreiben, was sich auch in einigen Novellen niederschlägt.
Er sieht sich selbst als einen erfolgreichen und verwegen gutaussehenden Mann, spielt in Interviews jedoch sehr gern mit einer Mischung aus Selbstverliebtheit und Ironie.
 
Links
 
Seine Homepage mit eigens geführtem Blog findet ihr hier.
Ein paar Blicke auf die schöner gestalteten Buchcover aus England gibt es hier.
 

Diskussionen

Diskussionsbeiträge

Hallihallöchen! 
Nachdem ich nun endlich auch Heldenklingen gelesen habe, habe ich mich mal an eine Aktualisierung des Artikels hier gemacht - sowie an einen eigenständigen Artikel über Heldenklingen selbst. Peinlicher Weise ist der mir fast über die 2000Wörter-Grenze gerutscht (selbstgewähltes Maximum...) - ich musste dann einfach irgendwann das Messer ansetzen und aufhören. Hoffe dennoch, dass er lesbar geworden ist. Mal schauen wann er freigeschalten wird... Würde mich über Kommentare/Kritiken freuen, muss ja auch mal wieder sein...
 
hm. habe nun festgestellt das es wohl auch ein bisschen länger dauern kann. Sind die PiFa´s gerade alle im Urlaub? Wenn ja - genießt die Sonne. Ist viel schöner als im Sommer...
 
Du sollst nicht vorwärts finkeln!

Gibt es demnächst (August) auf deutsch unter dem Titel "Heldenklingen" (Heyne macht mit den Titeln konsequent weiter ^^). Der Roman ist unabhängig von den bisher erschienenen, aber wieder mit den typischen Abercrombie-Charakteren und Themen.

Ich wollte mal ein großes Lob los werden, dieser Artikel ist von allen, die ich bisher über einen Autor gelesen habe echt der Beste! Einfach weil du nicht so langweilig die wenigen Daten des Autors auszählst, sondern es schaffts eine Menge an Infos echt richtig gut zu verpacken^^
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Furcht ist der Pfad zur dunklen Seite. Furcht führt zu Wut, Wut führt zu Hass, Hass führt zu unsäglichem Leid

Uh, sorry Quixottel, nachdem ich in ganz vielen Artikeln TriOlogie bekrittelt hatte, hatte ich wohl einen Knick in der Optik. Hast natürlich recht, deine Trilogie ist korrekt.
 
-------------------------------------------------------------------------------------------- Vor fünfhundert Jahren wussten wir, dass die Erde eine Scheibe ist. Heute wissen wir: sie ist kugelförmig. Stell dir vor, was wir in 500 Jahren wissen werden! -

hallöchen nazena! nach dem du dich stundenlang mit wörterbuchmachete und dudengranate durch den lexikondschungel gebombt und überall deine spuren hinterlassen hast bin ich naütrlich stunde für stunde mehr und mehr ins schwitzen gerate  - es war schließlich nur eine frage der zeit, bis du zu meinen artikeln kommen würdest. das lässt einen als ehemaligen 6,0 Diktatschreiber (mein bestes diktat JEMALS war ne 4) mächtig schwitzen.
fieser weise hast du bei B gaaanz hinten angefangen und musstest ja auch noch zu A kommen.. da dachte ich dann schon du fängst auch da hinten an. dann wären meine artikel grandioser weise exakt die letzten auf deinem streifzug durch grammatikalische outlawland gewesen. so haste deine reihenfolge bei a aber geändert, und ich lag schon eher unterm messer als befürchtet...
naja, und nachdem ich dir jetzt nen ordenltichen rambo touche gegeben habe, und mir den des ängstlichen vietcongs, der von eben jenem rambo gerade mit pfeil und bogen bedroht wird, muss ich sagen dass ich eigentlich ganz zufrieden bin. ist doch besser ausgefallen als ich dachte. hoffe das ich jetzt alle von dir gefundenen fehler ausgemerzt hab - dank dir für deine mühen.
ABER eine kleinigkeit... was ist denn jetzt an trilogie falsch gewesen? ich find da keinen fehler... auch in deiner korrektur unterscheiden sich die beiden worte... nicht so wirklich.
also?
 
 
Du sollst nicht vorwärts finkeln!

Kritikpunkte
Wäre er kein Fantasy-Autor der sich epischerere Spielplätze als unsere Welt für Geschichten heraussucht und: --> der bis heraussucht ist ein Einschub, welcher das Substantiv (Fantasyautor) näher beschreibt und muss daher "eingekommat" werden (vor der und nach heraussucht
Ihm genügten die vorgegebenen fiktiven Parallelwelten allerdings nicht aus--> das aus am Schluß muss weg, denn das Verb heißt genügten und nicht "ausgenügten"; du könntest sonst "reichten... nicht aus" schreiben
Es sollte eine Trilogie werden,--> Trilogie. Beliebter Fehler, ich muss mich auch jedesmal kneifen
ein oder andere Koriphäe--> Koryphäe
beim entwickeln eines Drehbuchs--> Entwickeln, da Gerundium
fest, das es viel besser geworden ist.--> dass er (???) viel besser
vor allem damit aus--> dadurch aus
 
Der ARtikel gefällt mir wirklich gut! Liest sich etwas anders als die typischen 08/15 ;).
-------------------------------------------------------------------------------------------- Vor fünfhundert Jahren wussten wir, dass die Erde eine Scheibe ist. Heute wissen wir: sie ist kugelförmig. Stell dir vor, was wir in 500 Jahren wissen werden! -

Mal was anderes. Ganz und gar nicht lexikalisch, ...na ja, die Daten sind ja da, aber der Stil!! Aber es liest sich wunderbar! Wirklich! Vielleicht werd ich ja mal einen Blick reinwerfen in diese Kriegsklingen...

Verdammt eig will ich mich ja nicht stumpf hinten anstellen und dir den Puder um die Ohren pusten, damit du weißt das dein Artikeldebüt gelungen ist. Aber leider ist es so und habe dir hiermit mitgeteilt, dass ich deinen Stil sehr ansprechend finde und es wunderbar zu lesen ist. Umso mehr bin ich jetzt dazu angehalten, diese Reihe auch mal zu lesen. So deswegen wandere ich jetzt mal zu den nächsten Artikel und schaue, ob ich was finde.
Also Artikel sowohl auf inhaltlicher, als auch auf struktureller Ebene sehr überzeugend.

die Ernte einbringen und mich fein artig für die viel zu liebkosenden worte bedanken.
Nicht nur du Lorin, hast darauf gewartet dass ich mich mal an einen Artikel rantraue. ich selbst hab drauf gewartet. bis es mich jetzt eben bei abercrombie erwischt hat. es werden übrigens, amerasu, weiter artikel in bälde folgen. einer über die first law trilogie, dann jeweils für die bücher noch einen artikel (will boyone so... und ich find das auch ganz gut so) und dann noch einen über Racheklingen. Die links werden also bald drin stehen, hoffe ich.
das der stil des schreibens der Idee eines LExikons nicht ganz entspricht.... nun, ganz
unehrlich: Tut mir leid.
ehrlich: was anderes kann ich nicht.
ich habe meinen stil im schreiben irgendwann mal gefunden. klingt schrecklich für nen jungen menschen,aber ich muss der befürchtung nachgeben und wohl behaupten, das sich die nächsten 2 bis 3 jahre nicht viel dran verändern wird. und, noch schlimmer, ich es auch nicht abstellen kann, egal was ich schreibe. ob lexikon, mail, brief, bewerbung... immer wird es ein text der versucht sich ein bisschen abzuheben, zu sträuben, zu widerstehen, zum denken anzuregen... was auch immer, ich bin machtlos meinen fingern gegenüber. würde ich etwas anderes auch nur versuchen, würden sich meine augen mit meinen fingern verbünden und nach kürzester zeit ein dickes stop aufleuchten lassen, und dann, so schnell kann ich gar nicht reagieren, ist auch alles schon wieder gelöscht.
mit so was muss ich leben. habs nicht leicht, ich weiß.
:P
ach, und für euch anderen speichellecker: danke!
:P
 
Du sollst nicht vorwärts finkeln!

Ein Artikel wie ein Epos!
Ich ziehe meinen Hut vor diesem Artikel, der sowohl gut gegliedert, als auch nachhallend ist. Endlich ein Artikel, der nicht einfach nur einige nüchterne Daten zur Person bereithält, sondern informativ ist und eine Geschichte erzählt.

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