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Berg der Ahnen (David Falk: Die Letzte Bastion)

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In David Falks Reihe um den Krieger Athanor ist der Berg der Ahnen die wichtigste (manche behaupten: die einzige) heilige Stätte der Trolle. Sie spielt in Band 3 (Die Letzte Bastion) eine gewisse Rolle und kommt auch in Band 4 (Die Letzte Schlacht) noch einmal vor.

Wenn sich Unheil zusammenbraut, dem sich einer allein nicht gewachsen sieht, versammeln sich die Trolle seit jeher an diesem besonderen Ort, um sich zu beraten, ihre Schamanen zu befragen und dann gemeinsam zu handeln. Aber auch ohne Not pilgern sie mindestens einmal im Leben dorthin, denn nur hier können sie sich angemessen auf ihre Wurzeln, nämlich ihre Abstammung von den Riesen besinnen. Viele Mütter bringen ihre Kinder wenigstens ein Mal zum Berg der Ahnen, damit sie Ehrfurcht vor den Riesen lernen, deren Blut in ihren Adern fließt. Dabei lagern sie in respektvollem Abstand zum Berg – denn niemand würde wagen, einen sterbenden Riesen zu stören. Die Trolle spüren die Erhabenheit der Stätte schon aus der Ferne und müssen nicht auf dem Berg herumklettern, um ihn oder die Geister der Ahnen zu ehren.

 

Auch in den Begräbnisriten der Trolle hat der Berg der Ahnen seinen festen Platz: Nach alter Sitte muss der Leichnam gegen einen Baum oder Felsen gelehnt werden, als hätte er sich zum Sterben dort niedergesetzt. Wichtig ist dabei, dass sein Blick zum Berg der Ahnen weist, wo ihn die Geister der Vorfahren erwarten.

 

Aber wie sieht der Berg der Ahnen denn nun eigentlich aus? Was macht ihn so besonders? Zum einen ist es der höchste und weitläufigste unter den zahllosen Hügeln, die das Land der Trolle dominieren. Manche sehen in seiner Kammlinie die Umrisse des liegenden Riesen Grorm, des ältesten Ahnherrn von allen, den die Götter selbst geformt hatten. Andere gehen noch weiter und halten den Berg nur für Grorms Gesicht. Wo Erstere also Kopf, Schultern und Füße des Giganten sehen, erblickten Letztere seine Brauen, die Nase und das Kinn. Viele Trolle können sich in dieser Frage nicht entscheiden. Je nachdem aus welchem Winkel sie den Berg betrachten, stimmen sie mal dieser, mal jener Sichtweise zu. Dass jemals ein so gewaltiges Wesen über die Welt geschritten sein soll, erscheint selbst manchen Trollen unvorstellbar. Und doch besagen es ihre Mythen, und zum anderen stoßen sie rund um den Berg der Ahnen auf Schritt und Tritt auf die Beweise. Der Berg der Ahnen ist nämlich nicht nur für Trolle ein heiliger Ort. Auch die wenigen Riesen, die die Zeitalter überdauert haben, kommen einmal im Leben hierher: um zu sterben. Ihre im Tod versteinerten Leichen liegen in Sichtweite des Berges verstreut. Einige sind fast bis zur Unkenntlichkeit verwittert, andere ruhen dagegen am Boden wie schlummernde Wesen, die ihrer Erweckung harren.