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Canavan, Trudi: Die Gilde der schwarzen Magier

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Lexikonrubrik: 

 

Die Gilde der schwarzen Magier ist die erste Trilogie aus der Welt von Imardin, die sich die australische Autorin Trudi Canavan erdacht hat. Schon 1995/1996 entstanden, gab es die Erstveröffentlichung aller drei Teil der Trilogie erst 2003 in Australien und hat von dort langsam aber sicher die Bestsellerlisten gestürmt. 2004 erreichte Soneas Geschichte dann auch Großbritannien und 2006 endlich auch Deutschland, wo es nach der Autorin sehr begeistert aufgenommen wurde. Die Trilogie umfasst die Werke „The Magician's Guild" („Die Rebellin“), „The Novice“ („Die Novizin“) und „The High Lord“ („Die Meisterin“). Ab Mai 2010 wird es eine weitere Trilogie um Sonea geben, die zeitlich etwas versetzt an den dritten Teil anschließt.

Struktur

 

Autorin

Trudi Canavan wurde 1969 im australischen Melbourne geboren und ist ausgebildete Designerin. Von sich selbst behauptet sie, eine Planerin zu sein. So entwarf sie bei dieser Trilogie zuvor eine Struktur ihrer Geschichte und plante Zweck und Auflösung innerhalb dieser. Dennoch gäbe es immer noch Platz für Details und eventuelle Änderungen.

Mehr im Hauptartikel zu Trudi Canavan.

 

Inhalt

 

Der Plot von „Die Gilde der schwarzen Magier“ umfasst mehrere Jahre im Leben des jungen Mädchens Sonea. Ist sie zu Beginn ein noch sehr aufbrausendes und unerfahrenes junges Mädchen, dass mit kleinen Attacken versucht der Magiergilde von Imardin, der Hauptstadt Kyralias, zu schaden, so wächst sie innerhalb ihrer Zeit in dieser Magiergilde zu einer sehr mächtigen jungen Frau heran, die für ihre Entscheidungen und Empfindungen einsteht. Sie ist die Protagonistin der Trilogie und wird bei ihren Erlebnissen von zahlreichen anderen Figuren begleitet und unterstützt.

Im ersten Teil der Trilogie ist sie ein völlig verängstigte Straßenkind, das bei einer Säuberung der Hüttenviertel durch einen Zufall – für den mit dem Stein getroffenen Magier ziemlich schmerzhaft – herausfindet, dass sie wilde Magie von beachtlicher Stärke besitzt. Aus Furcht vor dieser Kraft und davor, dass die Magier sie für ihren Angriff auf den Magier töten wollen, wie sie es als Antwort auf ihre Attacke auf dem Marktplatz getan haben – was sie nicht weiß, es hatten sich mehrere Magieströme zu einem „Feuerschlag“ verbunden, sodass der Junge getötet wurde – , flüchtet sie und wird durch ihre unkontrollierte Magie zu einer Gefahr für ganz Imardin.

Wie der Titel des zweiten Bandes verrät, ist sie ab diesem eine Novizin der Magiergilde und durchlebt eine ziemliche miese Schulzeit. Ihre Herkunft sorgt für Schwierigkeiten und besonders ein Mitschüler ist immer mit vorne dabei ihr Ärger zu machen. Wäre dies das einzige Problem würde Sonea damit leicht fertig, so wie sie es mit zwanzig ihrer Mitschüler aufnehmen kann, jedoch ahnt sie nicht, welche Gefahr in ihrem Wissen um die Geheimnisse des Hohen Lord, dem Anführer der Magiergilde, liegt.

Die Gefahr ist dann besonders Thema des dritten Abschnitts dieser Trilogie und Imardin sieht sich unerwartet größeren Problemen gegenüber als einem merkwürdigen Hohen Lord. Das Nachbarland Sachaka droht fürchterliche Rache für die ehemaligen Kriege zu nehmen, die Kyralia vor vielen Jahren, noch vor Gründung der Magiergilde, geführt hat. (Thematisiert in dem Prequel „Magie“) So machen sich Sonea und jetzt Lord Akkarin gemeinsam auf dieser Gefahr zu trotzen. Warum sie dies allein tun und warum Lord Akkarin keinen Titel mehr trägt, bleibt ein Geheimnis der schwarzen Buchstaben der von mir beschriebenen Trilogie.

Dies ist ein grober Ausschnitt des Haupthandlungsstrangs, zu dem es aber noch zahlreiche kleine Verästelungen gibt. So wird der Hintergrund der „Schwarzen Magie“ durch die Forschungsreise des Gelehrten und Wissenschaftsmagier Dannyl beleuchtet, während Soneas Vergangenheit durch ihren besten Freund Cernyi aufgezeigt wird und sein Werdegang in der Diebesgilde – die für das große Finale eine nicht unwesentliche Rolle spielt – dargestellt.

 

 

Charaktere

 

Sonea

Ein junges Mädchen, das in den Hüttenvierteln von Kyralia bei ihrem Onkel und ihrer Tante aufgewachsen ist. Sie ist sehr drahtig und ziemlich clever. Sie verabscheut die Magier für das Leid, welches diese unter den Einwohnern der Hüttenviertel verteilen. Innerhalb der Trilogie wird sie zu einer starken Magierin, die niemals ihre Wurzeln vergisst.

 

Ceryni

Wird von allen nur Cery gerufen und ist ein stets mit unzähligen Waffen behangener Zwerg von einem Mann. Er ist nicht viel älter als Sonea und dafür sogar noch kleiner, aber immer da, wenn sie ihn braucht. Er ist ein klein wenig in sie verknallt und hilft ihr gerade deshalb sofort aus der Misere des ersten Bandes. Später steigt er in der Diebesgilde immer höher auf und bleibt stets Soneas Freund. Vergnügen sucht er sich dann aber woanders.

 

Lord Akkarin

Das geheimnisvolle Oberhaupt der Magiergilde, wird häufig der Hohe Lord genannt und ist stets in schwarz gekleidet. Er gilt als der stärkste Magier seit Gründung der Gilde und ist für sein Amt noch extrem jung. Dennoch verbreitet allein seiner Präsenz schon Ehrfurcht und seine Anweisungen werden befolgt. Er hegt eine tiefe Freundschaft zu Lorlen, die aber immer etwas unterkühlt wirkt. Im späteren Verlauf wird er Soneas Mentor und zeigt so einige merkwürdige Fähigkeiten aus einer seiner nicht minder interessanten, wenn auch schrecklichen Vergangenheit.

 

Lord Rothen

Soneas erster Mentor und einer ihrer wenigen Verbündeten in der Magiergilde. Er ist ein ausgezeichneter Lehrer in der Gilde und versucht Sonea so gut er kann zu helfen. Er war verheiratet und hat einen erwachsenen Sohn, der in einem entfernten Dorf als Heiler arbeitet. Dorrien hat innerhalb der Bücher einen kurzen und für Sonea wichtigen Auftritt.

 

Dannyl

Ein unglaublich schusseliger Wissenschaftler, der gerade durch seine Jugend noch extrem unerfahren und deshalb sehr schüchtern ist. Seine Lehrstunden sind ihm ein Gräuel, so sehen es seine Schüler übrigens auch. Er wird dann aber zum Botschafter auf Reisen geschickt und sucht nach den Spuren der schwarzen Magie. Dabei unterstützt ihn der Bibliothekar Tayend, die beiden verbindet jedoch nicht nur die gemeinsame Suche.

 

Administrator Lorlen

Er ist so ziemlich der Typ für alles. Sämtliche bürokratischen Angelegenheiten der inneren und äußeren Politik laufen über seinen Schreibtisch und er wirkt doch sehr gestresst. (In den Büchern tat er mir doch ein bisschen leid) Er ist auch der Erste, der das Verhalten seines Freundes Akkarin merkwürdig findet und deshalb Dannyl auf dessen Spuren ansetzt und gleichzeitig eine merkwürdige Mordserie in Imardin verfolgt.

 

Entstehung

 

Trudi Canavan hatte sich in ihrer frühen Jugend ein hohes Ziel gesetzt, sie wollte mit fünfundzwanzig ein Buch geschrieben haben. Als sie dann 1994 auf ihre Ergebnisse blickte, waren daraus nicht mehr als viele Notizen und Skizzen geworden. So gab sie ihren Job auf und gründete eine eigene Firma und beschloss, nur noch die Hälfte ihrer Zeit der Arbeit zu widmen und die andere Hälfte völlig der Schriftstellerei zu vermachen. So nahm sie sogar Schreibkurse, bis sie dann genug hatte und einfach anfing zu schreiben. Es dauerte doch etwas länger als sie glaubte...

 

Nach etwa einem Jahr hatte die Hälfte ihres Buch die Phase des Gerüstes verlassen, konnte sich über ein Fundament freuen und noch ein paar passende Mauern. Dumm nur, dass diese Hälfte bereits einen Umfang von 180.000 Wörtern hatte. Also viel zu dick für einen ersten Roman. [Kurz zur Erklärung 180.000 Wörter entsprechen circa 300 vollgeschriebenen Wordseiten] Deshalb entschied sich Trudi Canavan ihre Geschichte zu teilen und arbeitete sechs weitere Monate fanatisch an ihren Romanen. Lustigerweise verdoppelte sich bis zu dieser ersten Fertigstellung die Anzahl der Wörter und sie musste wieder alles neu überdenken. So entstand aus dem geplanten Buch eine Fantasytrilogie. Damit begann es aber erst...

 

Jetzt musste sie alles überarbeiten und aus dem einen Buch die geplanten drei Bücher machen. Viele Details wurden ausgebaut und verfeinert, so entstand auch erst die eigentliche Bedeutung des Magiers Fergun, der von einer geplanten Ulkfigur zu einem Handlungsträger wurde.

So ging der erste Roman nach wieder vielen Wochen Arbeit an den ersten Herausgeber. Trudi Canavan wartete ziemlich gespannt auf eine Antwort und …. wartet noch heute. Nicht ganz, aber sie selbst hat damals zu ihren Freunden gesagt haben sollen, dass sie die Manuskripte zum „schwarzen Loch“ versandt habe. Die Wartezeit hat sie dann aber sinnvoll genutzt und die anderen Romane ebenfalls beendet.

Dann meldete sich endlich ein befreundeter Redakteur und bot sich als Agent an. Jetzt wäre Trudi Canvan beinahe vor Freude an die Decke gesprungen, noch bevor sie wusste, dass jetzt zwei weitere Jahre ins Land ziehen würden, weil die Verlage es nicht schafften, endlich die Änderungswünsche niederzuschreiben und ihr mitzuteilen...

 

Dann kam ein sehr entscheidener Zufall, der „Die Gilde der schwarzen Magier“ endlich ans Tageslicht beförderte. Trudi Canavan arbeitete für die Redakteurin Fran Bryson, die begeistert war, als sie hörte, dass es einen ganzen Roman aus der Feder von Trudi Canavan gab. Sie lies sich die Bücher schicken und war noch mehr begeistert. Das Problem mit der Doppelgleisigkeit endete ziemlich schnell, einfach weil sie ihre Möglichkeit in der schon bekannten Fran Bryson sah.

 

„ The Magician's Guild“ schaffte es dann wirklich in die Regale und ein weiteres Jahr später auch „The Novice“, bis dann wirklich schlussendlich auch „The High Lord“ erschienen ist.

 

 

Fazit

 

Diese Trilogie ist besonders Fantasy Neulingen zu empfehlen und gehört eindeutig zum besten, was ich bisher gelesen habe. Die Geschichte von Sonea habe ich trotz Geldmangel innerhalb einer Woche – in der ich einfach auf Schlaf und Nahrungsaufnahme verzichtet habe, nur Schule musste sein – gelesen. Ich bin noch heute vom Schreibstil Trudi Canavans begeistert und habe auch alle weiteren Bücher von ihr in meinem Regal stehen. In „Die Gilde der schwarzen Magier“ findet sich thematisch so vieles, dass für so ziemlich jeden auch was dabei sein sollte. Es wird nie langweilig und man verfolgt sogar begeistert die Lehrzeit von Sonea. Auch wenn ich persönlich gerne über solche Ausbildungen lese, war diese wirklich sehr interessant und mitreißend. Also ich gebe einfach mal eine dicke Leseempfehlung und rate auch jedem Fantasy-Kenner zur Lektüre dieser Bücher.

 

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Kommentare

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Bild des Benutzers Wolfsblut

Ein äußerst gelungener Artikel, der die Handlung des Buches exakt umschreibt, ohne dabei zu viel zu verraten und einen dazu verleitet, das Buch selbst zu lesen!

Ist Faulheit eigentlich eine Todsünde?

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Bild des Benutzers buchfan

Du erklärst viel zu den Verhältnissen. So machst du es dem Leser leichter zu erkennen wer welche Rolle hat

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Bild des Benutzers lancre

Die Bücher habe ich ja auch schon alle hier stehen. Nur leider noch ungelesen. Ich muss demnächst unbedingt damit anfangen...

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Bild des Benutzers Din

Ich habe die Trilogie bereits komplett gelesen und finde sie einfach nur super!

 

Durch den ersten Teil musste ich mich ein wenig durchkämpfen, da er einige Längen aufweist und ziemlich vorhersehbar war.

Es lohnt sich aber durchzuhalten, denn Band 2 und vor allem Band 3 sind einfach nur klasse! Es wird spannend und die Protagonisten wachsen einem richtig ans Herz.

 

Ich freue mich schon darauf, Trudi Canavans neues Buch "Magie" zu lesen. Das ist die Vorgeschichte von der "Gilde der schwarzen Magier".

 

 

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Bild des Benutzers Elfenohr

ich muss leider sagen, dass mir die Bücher nicht gefallen haben. :( sie waren mir zuviel in die Länge gezogen und ich konnte für die Hauptfigur nichts empfinden. Sie erschien mir irgendwie zu flach.

deshalb wusste ich nicht, ob ich mit der anderen Reihe der Autorin anfangen sollte. ist es denn dergleiche Stil?

 

lg Elfenohr

ich kam, ich sah, ich las

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Bild des Benutzers Luna Lucenda

 

Ich muss zugeben, dass mir der 1.Band auch nicht gefallen hat ...weil er nicht in Gange kommen wollte, aber die nächsten Bände ließen sich dann fließend lesen und die Geschichte verdichtete sich positiv ... es sind zwar nicht meine Lieblingsbücher aber sie und Sonea haben mich schon soweit überzeugt dass ich gerne die 2. Trilogie von trudi kennen lernen möchte ;)

 

LG,

Luna Lucenda

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Bild des Benutzers FeanorCurufinwe

Ich habe in den fErien den ersten Teil gelesen. Ich fand ihn in Ordnung aber ich habe die ganze Zeit gehofft das sie von den Magiern gefunden wird. Zum Schluss wurde die Story allerdings mitreisender...
lg
Feanor
Leben ist das, was an uns vorrüber geht während wir versuchen es zu steuern.

Amicus certus in re incerta cernitur. - In der Not erkennst du den wahren Freund

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Bild des Benutzers blutreiter

Die Gilde der schwarzen Magier hat mich mitgerissen. Ich für meinen Teil muss sagen, dass ich alle drei Teile super fand, auch wenn ich zugeben muss das ein Klimax innerhalb der Trilogie stattfand. In die Länge gezogen fand ich es eig auch nicht, da ich sogar leidenschaftlich mitlese, wenn ein Magier/Schwerkämpfer seine Ausbildung vollzieht. Und jetzt gibt es endlich ein Buch, wo die Protagonistin völlig verfeindet ist mit ihren möglichen Ausbildern. Sonst war es eig immer so das ein unbedeutendes Kind in tiefer Ehrfurcht vor den Meistern in deren Lehre gegangen ist.

Bei der zweiten Trilogie habe ich es immer noch nicht geschafft weiter als den ersten Band zu lesen, da immer ein anderes tolles Buch dazwischenkam und ich mich immer wieder an diesem Buch festbeisse, weil ich einfach nicht von der Handlung gefesselt werde :-( werde es jetzt aber wieder probieren.

Zum Artikel muss ich sagen, echt toll gemacht. Super beschrieben und ich fühl mich fast verleitet, die Bücher noch mal zu lesen ;-)

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Bild des Benutzers Luna Lucenda

Ja du hast Recht , gerade die Ausbildung war echt mitreißend und man hat jede Information aufgesogen wie ein Schwamm ;)

 

Beim ersten Band fand ichs nur so nervenaufreibend wie Feanor schon erwähnte, dass diese Hetzjags bzw Suche nach ihr nicht enden wollte ...und dabei wollte man doch eigentlich dass sie gefunden wird damit sie ihre Fähigkeiten richtig erlernt! Danach konnte man sich dem schreibstil und der geschichte auch wieder hingeben =)

 

LG,

Luna

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Bild des Benutzers Piper Fantasy Verlag

Guter Artikel! Eine Kleinigkeit  - in folgendem Satz scheint eine unbeabsichtigte Dopplung vorzukommen: "Um Magier zu werden, ist jedoch eine angeborene Begabung notwendig und für einen gewöhnlichen Bürger, erst recht für einen gewöhnlichen Bürger, erst recht für einen Vertreter der Unterschicht ist dies ohnehin ein praktisch unmögliches Unterfangen."

Bitte bei Gelegenheit entwirren image.

Dein Piper Lektorat

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