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Schwartz, Richard: Askir-Zyklus

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Lexikonrubrik: 

Der Askir-Zyklus des deutschen Autors Richard Schwartz ist ein Fantasy-Metazyklus, der sich aus zwei Unterzyklen (Das Geheimnis von Askir und Die Götterkriege), sowie diversen Extrabänden zusammensetzt. Von beiden Zyklen ist Das Geheimnis von Askir mit 6 Bänden bereits abgeschlossen, von Die Götterkriege sind bisher 3 von ebenfalls 6 geplanten Bänden erschienen. Der Gesamtzyklus wird somit, nach bisheriger Planung, 12 Hauptbände umfassen und somit die erste deutsche Fantasy-Dodekalogie darstellen.

Zusätzlich sind 4 Extrabände geplant, von denen bis jetzt jedoch nur einer, nämlich Die Eule von Askir veröfffentlicht wurde. Fest eingeplant soll auch ein Prequel mit dem vorläufigen Arbeitstitel Die Säule der Ehre sein. All diese Nebenbände würden den Hauptzyklus zu einer Heptakaidekalogie erweitern.

 

  1. Inhalt

    1. Das Geheimnis von Askir
      1. Das Erste Horn
      2. Die Zweite Legion
      3. Das Auge der Wüste
      4. Der Herr der Puppen
      5. Die Feuerinseln
      6. Der Kronrat
    2. Die Götterkriege
      1. Die Rose von Illian
      2. Die Weiße Flamme
      3. Das Blutige Land
      4. Die Festung der Titanen
    3. Extrabände
      1. Die Eule von Askir
  2. Entstehung und Veröffentlichungsgeschichte

  3. Rezeption und Kritik

  4. Rezensionen

  5. Links

 

Inhalt

Der gesamte Zyklus behandelt den Kampf gegen das Reich Thalak, dessen Nekromantenkaiser Kolaron Malorbian die Reinkarnation des dunklen Gottes Omagor werden und die ganze Welt unterjochen will.

Thalakianische Truppen sind in die drei Südreiche Illian, Jasfar und Letasan eingefallen und haben, bis auf einen kleinen Teil von Illian und Letasan, auch bereits alle diese Länder besetzt. Diesem Aggressor entgegen stellen sich die sieben Alten Reiche Aldane, Bessarein, Varland, Sertina, Rangor, Ibsiss und die Ostmark unter der Führung des Stadtstaates Askir. In alter Zeit bis vor 700 Jahren waren diese Länder als Kaiserreich Askir unter der Herrschaft von Askannon vereint, seit dem letzten Kronrat sind sie es wieder unter Askannons Enkeltochter Desina.

Eine besondere Rolle im Widerstand gegen Thalak und Kolaron Malorbian spielt der Held Havald, der aufgrund der besonderen Fähigkeiten seines Bannschwerts Seelenreißer bereits beinahe 300 Jahre alt ist. Einer alten Prophezeiung zufolge ist er der Engel des Totengottes Soltar, der die Wiederkehr von Omagor verhindern soll.

Der Fokus der Erzählung liegt daher auf den Erlebnissen von Havald und seinen Freunden und Verbündeten. Eine genaue Chronologie der Ereignisse findet sich HIER.

 

ACHTUNG, SPOILER AB HIER!

 

Das Geheimnis von Askir

Dieser Zyklus ist komplett in der Ich-Perspektive von Havald erzählt und beschreibt seine abenteuerliche Reise von den bedrohten Südreichen bis in die Stadt Askir, von wo aus (nach einiger Überzeugungsarbeit) die Gegenoffensive gegen Thalak eingeleitet wird. Angeregt wird dieses Unternehmen von der Halbelfe und Maestra Leandra de Girancourt. Sie war von der illianischen Königin Eleonora ausgesandt worden, Havald zu suchen, mit ihm nach Askir zu reisen und dort um Hilfe für das bedrohte Land zu bitten. Havald lässt sich (etwas widerwillig) von der Dringlichkeit dieser Mission überzeugen, ihm und Leandra schließen sich noch die Dunkelelfe Zokora, der Boronadept und Meisterschütze Varosch, die Wirtstochter Sieglinde, sowie der etwas zwielichtige Kämpfer Janos an. Noch im ersten Band nimmt Zokora die thalakianische Assassine Nataliya gefangen, die später eine treue Freundin wird. Am Ende des dritten Bandes stößt zu dieser Gruppe noch Serafine hinzu, eine Legionärin aus dem alten Kaiserreich Askir. Ihr Geist beseelt nun den Körper der Zirkusartistin Helis, die einem Nekromanten zum Opfer gefallen war. Nataliya stirbt am Ende des vierten Bandes, als sie sich für Havald opfert, Varosch stirbt am Ende des sechsten Bandes, als er das gleiche für Zokora tut, und am Anfang des fünften Bandes gesellt sich der Varländer Angus Wolfsbruder noch zur Gruppe hinzu. In Band 2-4 wird die Gruppe außerdem vom Gaukler Armin di Basra unterstützt, der später Kalif von Bessarein wird.

 

 

Das Erste Horn (Das Geheimnis von Askir 1)

Das Besondere an diesem Band ist, dass er, bis auf das Ende, komplett in von einem Schneesturm eingeschlossenen Gasthof spielt. Die Handlung setzt mit der Ankunft Leandras ein, die Havald erkennt und ihn sogleich für ihre Mission zu rekrutieren sucht, Havald verleugnet sich jedoch zunächst. Er ist alt, zynisch und desillusioniert und hat keine Lust auf weitere Abenteuer. Ein Werwolf unter den vom Schneesturm eingeschlossenen Gästen und ein alter Nekromant mit einer (noch) unbekannten Mission wecken seine alten Instinkte aber wieder. Er erschlägt mit seinem Bannschwert den Werwolf und folgt dem Nekromanten in die Höhlen unterhalb des Gasthofs zusammen mit Leandra und einigen anderen Freiwilligen. In einem alten Tempel direkt an einem Kreuzungspunkt magischer Energien kommt es zum Showdown, bei dem der Nekromant mit knapper Mühe besiegt wird.

 

Die Zweite Legion (Das Geheimnis von Askir 2)

Havald hat sich mittlerweile dazu entschieden, Leandra auf ihrer Mission zu unterstützen. Gemeinsam mit einigen Gefährten (siehe oben) brechen sie auf und erreichen mittels eines magischen Tores zunächst das Wüstenreich Bessarein, das größte und südlichste der sieben Alten Reiche. Auf der Reise in die Hauptstadt Gasalabad wird die Gruppe allerdings durch einen Angriff von Sklavenhändlern getrennt. Havald findet einen neuen Freund und Verbündeten im Gaukler Armin di Basra, rettet nebenher der Thronfolgerin von Gasalabad das Leben und macht sich auf, seine noch vermissten Freunde aus der Gewalt der Sklavenhändler zu befreien.

 

Das Auge der Wüste (Das Geheimnis von Askir 3)

Die Gruppe findet wieder zusammen, da Havalds Gefährten sich alleine befreien konnten. Allerdings finden sie heraus, dass Agenten des Reichs Thalak auch hier bereits tätig sind und im Hintergrund auf einen Sturz der Herrscherdynastie hinarbeiten. Bei der Krönung von Faihlyd, der jungen Thronfolgerin, der Havald im 2. Band das Leben gerettet hatte, kann gerade noch eine Katastrophe verhindert werden. Ausgerechnet Marinae, Faihlyds Schwester, entpuppt sich als überaus mächtige Nekromantin, die den Thron an sich reißen will.

 

Der Herr der Puppen (Das Geheimnis von Askir 4)

Havald findet heraus, dass die Nekromantin bei der Krönung gar nicht Marinae war, sondern eine Gestaltwandlerin. Die echte Marinae wurde entführt, kann aber mit Hilfe befreundeter Elfen befreit werden. Dabei erfährt Havald, dass der Hauptgegenspieler in Gasalabad ein überaus gefährlicher Nekromant ist, der sich „Herr der Puppen" nennt. Außerdem hat jemand die Nachtfalken, eine Gruppe Assassinen, auf Havald und Leandra angesetzt. Beide Gefahren können ausgeschaltet werden, dabei stirbt jedoch Nataliya, die sich für Havald opfert.

 

Die Feuerinseln (Das Geheimnis von Askir 5)

Per Schiff reisen die Gefährten weiter nach Askir, traurig und geschockt vom Tod Nataliyas. Bei einem Angriff von Piraten wird Havald ins Meer geschleudert und verliert außerdem noch Seelenreißer, Leandra hingegen fällt in die Hände der Angreifer. Havald entdeckt, dass auch hier Thalak als Drahtzieher fungiert und auf den Feuerinseln, dem Stützpunkt der Piraten, eine große Invasionsflotte verbirgt. Zusammen mit seinen Freunden schafft er es in einer halsbrecherischen Aktion, Leandra zu befreien, Askir vor der drohenden Gefahr zu warnen und Seelenreißer wiederzufinden. Ein gewaltiger Vulkanausbruch vernichtet das thalakianische Invasionsheer und beinahe auch noch die davonsegelnden Gefährten, die am Ende schließlich doch noch die Stadt Askir erreichen.

 

Der Kronrat (Das Geheimnis von Askir 6)

Havald wird als General der legendären 2. Legion bestätigt, die lange Zeit nicht mehr existierte, aber nun wieder aufgebaut wird. Aufgrund eines alten Vertrags kann weder Askir, noch eines der anderen Alten Reiche ohne einstimmigen Beschluss aller sieben Reiche einen Krieg führen, nur die 2. Legion ist davon nicht berührt. Havald widmet sich daher voller Energie seiner neuen Aufgabe, aber es ist nicht immer ganz leicht, die zuständigen Verantwortlichen von den nötigen Schritten zu überzeugen.

Noch dazu sind die Agenten Thalaks auch hier eifrig am Werk und verüben mehrere Anschläge. Beim Kronrat, wo sich die Herrscher aller sieben Alten Reiche treffen, stellt sich sogar heraus, dass Thalak bereits mehrere der Reiche auf seine Seite ziehen konnte. Am Ende, als offenbart wird, dass die junge Eule Desina eine Nachfahrin des ewigen Herrschers Askannon ist, greift der Nekromantenkaiser Kolaron Malorbian persönlich ein, kann von Zokora jedoch zurückgeschlagen werden. Dabei verliert leider auch Varosch sein Leben. Der letzte Anschlag auf Havald verläuft ebenfalls erfolgreich. Der Held wird seines Bannschwertes beraubt, vergiftet, erstochen und ertränkt. Der Kronrat ist gescheitert, Desina wird neue Kaiserin von Askir.

 

 

Die Götterkriege

Dieser Zyklus schließt nahtlos dort an, wo sein Vorgänger aufhörte. Durch den Wechsel zur auktorialen Erzählweise empfindet der Leser trotzdem eine innere Zäsur. Er muss Abschied nehmen vom liebgewonnen, einzigartigen Blickwinkel der bisherigen Hauptfigur und von jetzt an mit mehreren parallelen Handlungssträngen zurechtkommen. Geplant war, dass erst der letzte der vorgesehenen 6 Bände wieder aus der Sicht Havalds geschrieben sein soll, die Ich-Perspektive des Helden kehrt jedoch bereits im 3. und 4. Band wieder. Wie Die Zweite Legion musste der 3. Band aufgrund seines Umfangs geteilt werden, sodass der Zyklus sich auf 7 Bände ausdehnt.

Stärker als im 1. Zyklus steht der Kampf gegen den Nekromantenkaiser Kolaron Malorbian im Vordergrund, der die Eigenreinkarnation von Omagor anstrebt, dem Gott des Chaos und der ewigen Finsternis. Die anderen Götter wollen das verhindert wissen und schicken ihre Stellvertreter auf Erden in den Kampf. Mussten die Protagonisten in Das Geheimnis von Askir vor allem gegen die thalakianischen Spione und Agenten antreten, so sind es hier handfeste militärische Auseinandersetzungen: Schlachten, Feldzüge, Belagerungen und Strafexpeditionen.

 

 

Die Rose von Illian (Die Götterkriege 1)

Havalds lebloser Körper liegt aufgebahrt im Soltartempel von Askir, aber er ist nicht völlig tot, denn seine Wunden schließen sich langsam. Es besteht die Hoffnung, dass er wieder erwacht, brächte man ihm Seelenreißer zurück.

Daher kehrt Leandra in die Südreiche zurück, um dort nach dem thalakianischen Kriegsfürsten Corvulus zu suchen, der das Bannschwert an sich gebracht hat. Außerdem soll sie im Auftrag von Desina an einem magischen Knotenpunkt die sich kreuzenden Energien so umleiten, dass von Askir aus ein Tor in die belagerte Stadt Illian geöffnet werden kann. Dabei wird sie von Schwertmajor Blix und seiner 5. Lanze der neuaufgestellten 2. Legion unterstützt.

Währenddessen erhält der Meisterdieb Wiesel Besuch von seiner ehemaligen Ziehschwester Marla, die die Hohepriesterin des Namenlosen Gottes ist. Sie bewegt ihn zu einem halsbrecherischen Ritt durch die Albträume der Menschen, um Leandra im Auftrag ihres Gottes zu retten.

Die Rettung gelingt, die magischen Energien können umgelenkt werden und auch Seelenreißer wird zurückerobert. Nur Wiesel ist mit Marla im belagerten Illian gestrandet. Als am Ende das Bannschwert auf Havalds Brust gelegt wird, erwacht der Lanzengeneral tatsächlich, kann sich aber an nichts mehr erinnern.

 

Die weiße Flamme (Die Götterkriege 2)

Wiesel und Marla müssen sich im belagerten Illian mit verschiedensten Intrigen herumschlagen und die Rückkehr Leandras vorbereiten. Leandra hingegen ist mit dem Problem konfrontiert, dass das Umlenken der magischen Energien ein gewaltiges, vorzeitliches Ungetüm befreit hat: den Wyrm Byrwylde. Gleichzeitig sind die thalakianischen Truppen auf dem Vormarsch. Mit Hilfe der Eule Asela gelingt es Leandra, Byrwylde zu vernichten und nach Illian zu kommen, nur um dort in eine vorbereitete Falle des dortigen Adels zu tappen. Glücklicherweise hatte Wiesel genügend Zeit, einen Gegenplan zu entwickeln, sodass Leandra am Ende doch als Königin von Illian bestätigt wird.

Havald hat unterdessen sein Gedächtnis zurückbekommen und setzt sich in die Ostmark ab, um die Barbarenstämme, die dort einen blutigen Krieg gegen die Alten Reiche führen, zu einigen, zu befrieden und in den Kampf gegen Thalak zu führen.

 

Das Blutige Land (Die Götterkriege 3)

Dieser Band ist wieder aus der Ich-Perspektive von Havald geschrieben.

Nachdem der Held sein Gedächtnis wieder erlangt hat, bricht er inkognito in die Ostmark auf, um den seit Jahrhunderten andauernden Konflikt mit den Barbaren der östlichen Steppe beizulegen und sie als Verbündete zu gewinnen. Dazu muss er die fünf Teile eines alten Artefakts, des sogenannten Tarn finden, wovon jedoch leider zwei bereits in die Hände des thalakianischen Kriegsfürsten Arkin gefallen sind.

Dieser hetzt ein uraltes Ungeheuer auf Havald, gegen das selbst Seelenreißer machtlos scheint. Es verfolgt ihn bis in die fernen Südlande, wo Havald Leandra hilft, ihre Herrschaft zu festigen und die thalakianischen Truppen vor den Mauern von Illian  endgültig aufzureiben. Durch einen Trick bringt er das Ungeheuer, einen sogenannten Verschlinger, dazu, ihm scheinbar die bereits erbeuteten Stücke des Tarn zu überlassen, womit der Verschlinger keinen Grund mehr sieht, den Helden weiter zu belästigen.

Havald kehrt in die Ostlande zurück und zieht zusammen mit Asela und Elsine, der alten Gattin von Askannon, zur Festung der Titanen, einer uralten Trümmerstadt, wo sich zur Zeit alle Barbarenstämme versammeln, um in einem Wettkampf ihren künftigen Anführer zu ermitteln. Mit Schrecken erkennt Havald, dass der Verschlinger daran teilnehmen wird und er der Konfrontation nicht mehr länger aus dem Weg gehen kann. 

 

Die Festung der Titanen (Die Götterkriege 4)

Auch dieser Band setzt die Schilderung der Ereignisse aus der Ich-Perspektive von Havald fort. Er ist die direkte Fortsetzung von Das blutige Land.

 

Extrabände

Jenseits des Hauptstrangs der Erzählung plante Richard Schwartz mehrere Zusatzbände, die die Hintergründe des Geschehens näher beleuchten und Zusammenhänge besser verständlich machen sollten. Besonders gegen Ende des 1. Zyklus wird die Limitation der Ich-Perspektive deutlich. Der Leser erfährt schlecht, was an anderen Schauplätzen geschieht und wieso daher diese oder jene Figur genau zu diesem und keinem anderen Zeitpunkt wieder auftaucht. Zusatzbände können das Geschehen von Nebenschauplätzen schildern, ohne, dass der Fluss der Haupthandlung durch langatmige Erklärungen gehemmt wird.

Trotz dieser ungeleugneten Vorteile wird Die Eule von Askir bis zum Abschluss des Gesamtzyklus der einzige Extraband bleiben. Das Fortschreiten des Hauptzyklus ist vorrangig (aufgrund der Eule von Askir gab es eine einjährige Pause zwischen dem Herrn der Puppen und den Feuerinseln).

Nach dem Abschluss der Götterkriege sind laut Aussage von Richard Schwartz jedoch mehrere Zusatzbände geplant, welche die Vorgeschichte des Askir-Zyklus zum Thema haben.

 

Die Eule von Askir

Die Handlung dieses Romans spielt in Askir und verläuft parallel zur Handlung von Die Feuerinseln. Desina ist hier noch eine einfache Eule, die einzige und erste seit fast 700 Jahren in der einstigen Kaiserstadt. Zusammen mit ihrem neuen Adjutanten Santer wird sie mit der Aufklärung eines rätselhaften Mordes im Hafen beauftragt. Im Zuge ihrer Ermittlungen kommt sie einer weitreichenden Verschwörung von Nekromanten auf die Spur, die nicht weniger als die Invasion und Vernichtung von Askir zum Ziel hat. In einem gnadenlosen Showdown schafft sie es zusammen mit Santer und dem Meisterdieb Wiesel, die übermächtigen Gegner aufzuhalten.

 

 

Entstehung und Veröffentlichungsgeschichte

Das Erste Horn kam im September 2006 heraus, geschrieben hatte Richard Schwartz das Buch jedoch schon 3 Jahre davor. Oft heißt es, dass eine Rollenspielrunde der Handlung zugrunde liegt, aber das stimmt so nicht. Schwartz benutzte das Setting einer alten Runde als Grundlage für den Hintergrund und den Weltenentwurf, nicht jedoch die Handlung. Jenes Setting hatte noch ältere Wurzeln, die bis in die Schulzeit des Autors zurückreichen, sich also gut vierzig Jahre entwickelt hatten. Mehr dazu siehe HIER und HIER.

Das Erste Horn hätte als Einzelband auch für sich alleine stehen können, die Option zur Fortsetzung war offen. Da das Buch recht erfolgreich war, gab Piper grünes Licht für die Fortsetzungen und ging das Risiko eines Doppelzyklus mit je 6 geplanten Bänden ein. Steigende Leserzahlen und wiederholte Nominierungen beim Deutschen Phantastik Preis bestätigen diese Entscheidung. Die Bücher erscheinen in etwa halbjährlichem Abstand, nur zwischen Der Herr der Puppen und Die Feuerinseln gab es durch Die Eule von Askir eine Pause von einem Jahr. Auch zwischen Der Kronrat und Die Rose von Illian gab es ein Jahr Pause, einerseits bedingt durch das Ende des ersten und den Beginn des zweiten Zyklus, andererseits durch mehrere Sterbefälle in der Familie, die dem Autor den „Business-as-usual-Modus“ zeitweise unmöglich machten.

Der Kronrat kam ursprünglich in einer durch einen Lektoratsfehler um 200 Seiten gekürzten Fassung heraus, nach einer Leserpetition, die vom Askir-Forum organisiert wurde, veröffentlichte Piper im Juni 2011 den gesamten ersten Zyklus neu und den Kronrat in der ungekürzten Form. Obwohl auch die gekürzte Fassung viel Lob erhielt, fielen Vergleiche zwischen der gekürzten und der ungekürzten Fassung immer zu Gunsten der ungekürzten aus (siehe HIER).

Die Götterkriege kommen seit Frühjahr 2011 wieder in etwa halbjährlichem Abstand heraus.

 

 

 

Rezeption und Kritik

Die bisherigen Kritiken waren in der Regel freundlich bis enthusiastisch. Als positiv werden immer wieder der flüssige, angenehm und leicht zu lesende Schreibstil des Autors genannt, sowie die interessanten Charaktere mit ihren Schrullen und Eigenheiten. Besonders die Zentralfigur Havald, durch deren Augen der Leser über weite Strecken die Welt und die Geschichte kennenlernt, sowie die Dunkelelfe Zokora mit ihrer unnachahmlichen Andersartigkeit haben die Herzen der Leser erobert.

Negativ wird manchmal der große Umfang des Zyklus bewertet, der teilweise den Eindruck hervorrief, der Autor könne kein Ende finden. Auch heißt es, die Welt, das Setting, der Plot und viele Figuren seien unoriginell und klischeehaft, die Handlung würde oft an eine Fantasy-Soap-Opera erinnern.

All diese Punkte werden auch in den positiven Kritiken angemerkt, wobei diese hervorheben, dass Richard Schwartz zwar von den gängigen Klischees ausgeht, diesen aber im weiteren Verlauf der Handlung durchaus ungeahnte Tiefen verleiht.

Einig sind sich die meisten Rezensionen, dass der Askir-Zyklus keinen wesentlich tieferen Anspruch erhebt, als zu unterhalten. Wenn man von dieser Ebene ausgeht, muss man feststellen, dass der Autor weit mehr als nur dieses Soll erfüllt hat. Um es auf den Punkt zu bringen: Der Askir-Zyklus ist vielleicht konventionell, aber von einer starken persönlichen Note.

Mein eigener Eindruck (der sich nach einer persönlichen Begegnung mit dem Autor verfestigt hat) ist der, dass Richard Schwartz ein mitreißender Erzähler ist, einer der wenigen, die es schaffen, mich ein Buch nicht eher aus der Hand legen zu lassen, bis es fertig gelesen ist (und wenn die Nacht dabei schlaflos bleibt). Kaum ein Schriftsteller entwickelt einen solchen Erzählsog in seinen Geschichten. Auch den Vorwurf der Oberflächlichkeit kann ich entkräften, da ich auch bei mehrmaligem Lesen immer wieder neue Details und versteckte Zusammenhänge entdecke, liebevolle Hommagen und zwerchfellerschütternde Szenen. Ich teile die Auffassung, dass der Askir-Zyklus auf einem eher konventionellen Entwurf aufbaut und großteils auch konventionell erzählt ist (Sapkowskis Hexer-Zyklus und R.Scott Bakkers Zweite Apokalypse sind sowohl tiefer als auch innovativer), allerdings halte ich das für keinen Nachteil. Die Neubelebung des Bekannten und die Neuausleuchtung des Vertrauten ist stark und lebendig genug, um erzählerisch zu funktionieren. Auch ist das Magiekonzept in den Askir-Büchern durchaus originell und so noch nicht in anderen Werken aufgetaucht. 

 

Rezensionen:

  1. Fundus Ludi:
  2. Armarium Nostrum
  3. Phantastik-Couch
  4. Fantasy-Literatur
  5. Fantasyguide


 

Links

  1. Fantasy-Forum:
  2. Wikipedia-Artikel über Richard Schwartz
  3. Piper-Fantasy:

Kommentare

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Bild des Benutzers Argimpasa

Oh, ein monumentaler Artikel! Aber bei der aktiven Askir-Gemeinde hier auf Piper Fantasy kein Wunder, toll!

Nur deine Links sind noch nicht verlinkt. image

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Bild des Benutzers Cepheid

Du hast ja meinen Artikel über den ersten Zyklus verlinkt, dennoch steht dieser in Kokurenz zu ihm und den schon existierenden Bücherartikeln, die zwar dringed der Überarbeitung bedürfen, aber nichtsdestotrotz ja vorhanden sind.

 

Ich hätte es sinnvoller gefunden einen Artikel über den zweiten Zyklus zu schreiben und die Bücherartikel zu überabeiten. Dieser Artikel hier ist für mich sinnfrei.

____________________________________________________________ Macht ist dem Frieden verpflichtet - Die Eule von Askir, Seite 134; Askannons Leitsatz

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Bild des Benutzers phantolemchen

Also, an die Links setz ich mich sofort ran, heute vormittag hat's leider nicht mehr gelangt, weil ich noch mit der Formatierung gerungen habe und einmal auch alle meine Arbeit (ungespeichert) gelöscht worden ist. Wie schon geschrieben, ich bin dran! JETZT!

 

@Cepheid:

Ich habe diesen Artikel hier wirklich nicht als Konkurrenz zu Deinem angesehen oder angelegt. Im Gegenteil, er soll ihn ergänzen. Ich hatte noch sehr viel über die Hintergründe geplant, die Charaktere, Rassen, Magie und was weiß ich sonst alles. Dann las ich Deinen Artikel noch mal und dachte mir: "Moooooment! Darüber hat ja wer schon was geschrieben! Und nicht zu wenig!"

Also hab ich alles weggelassen, was bei Dir drin ist, sprich Weltenentwurf und seine Hintergründe, Magie etc. und dafür den inhaltlichen Teil (der bei Dir kürzer ist) ausgebaut und auch noch Rezeption und Kritik hinzugenommen. Und ich wollte mir noch ein bisschen Platz für Erweiterungen lassen. Der Zyklus ist noch nicht fertig und das Lexikon bei großen Umfängen ein bisschen heikel...image

Auch war mir wichtig, den gesamten Zyklus, dGvA+dGK als Einheit zusammengefasst zu haben. Für die Götterkriege halte ich einen Artikel für ein bisschen früh, vielleicht nach der Festung der Titanen.

Überschneidungen gibt es natürlich bei der Entstehungsgeschichte, wobei ich auch da z.g.T. anders gewichtet habe als Du. Ich meine, dass man, ohne sich gelangweilt zu fühlen, beides lesen kann.

Natürlich behandeln auch die anderen Bücherartikel den Inhalt der Bücher, aber eben nur eines Buchs, ich wollte den Gesamtinhalt (nachdem die Chronologie zu umfangreich geworden war) wenigstens einmal zusammengefasst haben.

 

Also bitte fühl Dir nicht auf Zehen getreten. Bedenke außerdem, bevor Du meinem Artikel den Sinn absprichst, dass ich viel Zeit und Mühe auf ihn aufgewendet habe und dabei (siehe oben) auch an Deinen gedacht habe! Es ist nicht angenehm, nach all der Arbeit dann so etwas zu lesen.

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Bild des Benutzers Cepheid

Ich dachte, es wäre einfach besser, die Bucartikel über die einzelnen Bücher zu überarbeiten. Und bei meinem Artikel hätzte ich ja noch einen Abschnitt über Rezensionen hinzufügen können...

 

Egal, der Artikel steht jetzt.

Wo du dir da groß Platz für Erweiterungen gelassen haben willst, verstehe ich nicht, denn arg viel Luft nach oben sehe ich da nicht mehr, wenn man den Scrollbalken an der Seite mit dem vom dritten Chronologieteil vergleicht.

 

Bleibt noch die Frage, ob und wer sich mal um die Bücherartikel kümmert.

 

Guter Job, wie immer!

Aber ich hätte es eben anders gemacht, wat solls.

Lese mir den Artikel für Detailkritik noch irgendwann durch.

Ebenso sollte ich das bei den Änderungen des 3. C. Teils machen.

____________________________________________________________ Macht ist dem Frieden verpflichtet - Die Eule von Askir, Seite 134; Askannons Leitsatz

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Bild des Benutzers phantolemchen

So, nach stundenlanger Arbeit sind die Links ENDLICH!!!!image ...gelegt.

 

Die Buchartikel können/sollten unabhängig von diesem hier überarbeitet und aktualisiert werden. Platz gibts (hoffentlich) nach oben noch! Dieser Artikel hat 31 kb, der Havald-Artikel 38 und der Avatar-Artikel (da hab ich echt den Vogel abgeschossen!) 39 kb.

 

Apropos Buchartikel: Nach den Feuerinseln ist hier im Lexikon Schluß, schon die Eule hat keinen. Hat wer Lust?image

 

Danke für's Lob, Cepheid! Mal schauen wie Deine Detailkritik ausfällt...image

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Bild des Benutzers Cepheid

Du hast mir selber geschrieben, das es auch die Länge, nicht die Größe ankommt, daher habe ich das mit den Scrollbalken erwähnt.

Und ich habe dich schonmal darauf hingewiesen, dass der Havaldartikel mehr Wörter als Avatar hat!

 

Ich selber werde in nächster Zeit keinen neuen Artikel mehr verfassen, sondern meine bisherigen überarbeiten. Bin ja gerade schon dabei, wie du weißt.

 

Ich habe selber mir mal Blix reserviert und habe vor, den auch noch zu schreiben - irgendwann. Im Grunde bin alles andere als ein begeisterter Artikelschreiber.

____________________________________________________________ Macht ist dem Frieden verpflichtet - Die Eule von Askir, Seite 134; Askannons Leitsatz

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Bild des Benutzers Miamaus

Schöner Artikel, habe nix auszusetzen. Wirklich interessant und es macht neugierig und Lust auf meeeehr.

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Bild des Benutzers Cepheid
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Bild des Benutzers Miamaus

@

 


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Bild des Benutzers phantolemchen

Hast mir sehr mit Deiner Gliederung geholfen, die ich nicht so hinbekommen hab und daher nun von Dir übernommen habe! Hab Dank!

@Miamaus:

Auf was mehr hast Du denn Lust? Mehr Bücher oder mehr Artikel? ::-))

Kritisiere ruhig auch ein bisschen. Der Artikel soll ja noch besser werden.

 

Herzlichen Dank euch beiden für eure Kommentare!

 

phantolemchen

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