Erlebe und entdecke mehr in den Rubriken:
Live Lexikon FANclub
Kriegsklingen
Der englische Titel lautet „The Blade itself“ und ist der erste Band aus der First Law Trilogie von Joe Abercrombie.
Der Kampf um den Stil...
Die Idee für die Trilogie steckt in dem Autor seit seiner Jugend. Erste Schreibversuche beginnen und enden mit 20. Damals steckten für ihn zu viele Fehler und vor allem viel zu wenig Freude im Schreibstil. Mit 28 beginnt er von neuem, seine Ideen sind ausgereifter, seine Charaktere stichhaltiger und vor allem seine Sprache hat sich zu dem entwickelt, was man seiner Meinung nach auch lesen kann. Das Manuskript von Kriegsklingen bekommt 2004 seine letzten Sätze verpasst (Die alte Frage tauchte wieder auf in seinem Kopf, auf die er noch immer keine Antwort hatte. Warum tue ich das? Wieso?) und beginnt seine verzweifelte Reise durch manchmal ebenso verzweifelte Lektorenhände verschiedener Verlage von England. Bis 2005 der Gollancz-Verlag zustimmt, das Manuskript unter seine hoffnungsfrohen Fittiche zu nehmen. Man ist sich unsicher über den Stil. Ist es Sword and Sorcery? Ist es High Fantasy? Eigentlich vollkommen egal. Warum muss man immer alles kategoriesieren können, klappt es doch auch im Realen nicht Gut und Böse klar zu trennen. Es kommt darauf an, auf welcher Seite man steht. Genau das ist es, was uns Abercrombie in seinen Büchern immer wieder seit 2006 aufzeigt, als Kriegsklingen erscheint und den Auftakt der Trilogie zum fortführenden Erfolg macht.
Der Kampf um das Verstehen...
Kriegsklingen beginnt mit einem Überfall der Schanka auf ein kleines Grüppchen Nordmänner, die zufälligerweise die bekanntesten Namen des gesamten Nordens vereint. Logen Neunfinger, Rudd Dreibaum, der Hundsmann, Harding Grimm, Tul Duru Donnerkopf, der schwarze Dow und – zugegeben der ungefürchteste Namen unter denen – Forley den Schwächsten. Logen stürzt von einer Klippe, während die anderen durch Flucht den Schanka entkommen. Die dadurch entstandene Trennung wird von beiden Seiten als sicheres Todesurteil ausgelegt und glauben deshalb voneinander wieder zu Schlamm geworden zu sein, wie es im Norden für den Tod heißt. Logen sieht sich gescheitert, als er sich halb tot aus dem Fluss, der durch die Schlucht fließt, zieht und versucht dem Norden mit seinen Gefahren und offenen Rechnung dadurch zu entkommen, dass er sich Bayaz, einem Magus, auf einer unbestimmten Reise anschließt.
Die anderen der Gruppe bleiben zusammen und versuchen auch weiterhin gegen Bethod, ihren ehemaligen Häuptling, vorzugehen, da er den Norden vereinen möchte – unter seiner Krone. Ein Vorhaben das von dem unabhängigen Norden missmutig, aber dennoch bereitwillig aufgenommen wird. Die Gefahr liegt allerdings in Bethods weiterem Bestreben – gegen die Union, dem nächst angrenzenden vereinigten Staat, vorzugehen und sich im gesamten Weltenrund einen gefürchteten Namen zu machen. Bethods Expansionspläne widersprechen allem, was den Norden zu seiner sonst so ruhigen Abgeschiedenheit gemacht hat. Es gilt den Fünfen also nur ein Ziel: Bethod aufhalten.
So weit ihr Leitmotiv für das Buch.
Der Weg dahin dies zu erkunden ist allerdings durchsiebt von anderen Handlungen, die sich um Logen, Sand dan Glokta, Jezal dan Luthar, Major Collem West, dessen Schwester Ardee, Ferro Malijinn und Bayaz, dem ersten der Magi, drehen. Man muss versuchen seine Gedanken zusammen zu halten und vor allem die Namen ihren Handlungen zuordnen zu können. Denn, und das ist vermutlich das Offensichtlichste an dem ganzen Buch mit seinen 796 Seiten, all die Handlungen die Beschrieben werden sind für den Leser derartig schwammig gestaltet, das man nicht weiß worauf Abercrombie und die Geschichte hinaus wollen. Man muss sich Seite für Seite an einer halbdunklen Wand entlangtasten, immer in der Hoffnung mal eine Fackel zum Entzünden zu finden – bekommt aber immer nur einen letzten Kerzenstummel, der kaum Licht ins Dunkel bringt. Ungeduldige Gemüter kann so etwas ihr Interesse verlieren lassen – doch diese scheinen nichts mit guten Geschichten am Hut zu haben. Denn das ist es, was Abercrombie erkannt hat. Gute Geschichten brauchen einfach viel Vorbau, der dann nach und nach verknüpft wird.
Steigen wir doch noch einmal in die Geschichte ein....
Der Kampf um Anerkennung...
Logen gelangt unterdess mit Bayaz nach Adua (Hauptstadt der Union), wo er den aufstrebenden jungen Adligen Jezal dan Luthar als Fechtsieger kennenlernen wird. Jezal ist ein überheblicher Mensch, der immer nach oben strebt und alles unter sich verachtet. Ihn dürstet es nach Anerkennung für seine ruhmreichen Taten und besitzt in Major Collem West einen freundlichen Vorgesetzten – doch er ist ein Bürgerlicher und deshalb in Jezals Augen von geringerem Wert, als es sein militärischer Rang bekundet. Jezal plagt sich mit einem vorbereitenden Training für das Sommerturnier und verliebt sich nebenbei in Ardee, Collems Schwester, trotz ihrer geringen Herkunft. Er siegt gegen Bremer dan Gorst, den eindeutig stärkeren Fechter, im Sommerturnier. Unwissend dass es nur mit Hilfe von Bayaz´ Magie gelang, der mit Luthar Großes plant und eine Wette gegen Logen zu verlieren hatte...
Bayaz hat es schwer sich seiner Echtheit zu bezeugen. Als Bayaz anerkannt zu werden. Denn die Magie wird als Märchen abgetan und gilt der Vergangenheit an. Bayaz sicherte sich jedoch in alter Zeit einen Sitz im Hohen Rat, der eigentlichen Führungskraft der Union, da der König ein schwafelnder, seniler und überaus fetter alter Schwachkopf ist. Dementsprechend gereizt reagieren die Mitglieder des Rates, als Bayaz seine Ansprüche geltend machen möchte.
Zum Beweis seiner Herkunft schließt er den Turm des Schöpfers auf. Ein uraltes riesiges Bauwerk von Kanedias, dem Meisterschöpfer - der einstmals von Bayaz als Rache an Juvens getötet wurde – und der seinen Schatten über Adua wirft.
Nach seinem Sieg erhofft sich Jezal einen höheren militärischen Rang um sich sofort in Angland zu beweisen, denn...
… Bethod schickt der Union einen Gesandten, der Angland, ehemaliges Gebiet der Nordmänner und seit 200 Jahren unter der Regentschaft der Union, zurück in die Hand des Nordens spielen soll. Die Union lehnt lässig ab und darauf hin wird der Krieg um Angland ausgerufen. Die Union jedoch ist überheblich, was die Meinung über die Barbaren angeht. Besitzen deren Namen im Norden einen ehrfürchtigen Klang, so spötteln die Menschen in Adua über ihre unzivilisierten Gepflogenheiten. Ein Nordmann besitzt in der Union kaum Anerkennung. Etwas, das der Union noch als Fehler offenbar werden soll. Nicht zu letzt, da auch im Süden Gurkhul wieder mit Truppen gen Dagoska zieht – einem Aussenposten der Union, nach dem letzten glorreichen Sieg über Gurkuhl auf eben ihrem eigenen Boden.
Der Kampf um unbeantwortete Fragen...
In Adua dreht sich die Spirale der Zwietracht um Erzlektur Sult, dem obersten Inquisitor und Mitglied des Hohen Rates, der starke Ambitionen auf die alleinige Herrschaft hegt – wie jedoch fast jeder im Hohen Rat auch. Er misstraut Bayaz, möchte ihn als Schwindler entlarven und ist noch immer nicht von dessen Echtheit überzeugt, nachdem das Haus des Schöpfers geöffnet wurde.
Bayaz Reisetrupp verstärkt sich in Adua um Bruder Langfuss, einem selbstverliebten Wegkundigen und um Ferro Malijnn, eine Meuchelmörderin aus Gurkuhl. Als die Inqusition diese Gruppe aufgreifen möchte erleidet sie eine herbe Niederlage und die Reise beginnt für Bayaz´Trupp, in dem sich auch Jezal dan Luthar befindet, der darin eine enorme Schmälerung seiner Würde sieht, da er nicht in den Krieg ziehen darf. Somit bleiben nicht nur Erzlektor Sult viele Fragen, die unbeantwortet bleiben, denn....
...das Buch endet nun damit, dass sich die Handlung in drei erkennbare Stränge teilt. Der Krieg in Angland, in dem Major Collem West mit Prinz Ladisla einen ungelehrigen und selbstverliebten Heerführer als Vorgesetzten ertragen muss, dem neuernannten Superior Glokta in Dagoska um die Stadt gegen die Gurkhisen zu verteidigen und der Reisegesellschaft mit unbekanntem Ziel.
Wer bis zu diesem Ende, das keines sein will, gekommen ist, der wird darauf brennen zu erfahren, wie es denn nun weiter geht – und vor allem mit was? Vieles bleibt im Unklaren und vieles erscheint nur grob umrissen. Abercrombie spielt mit der Leselust und kann dennoch nicht als großer Zauderer bezeichnet werden. Es gibt in den 796 Seiten mehr, als reine Hinhaltetaktik. Man kann es allerdings nur entdecken, wenn man nicht nach jeder Ecke einen Troll, Ork, Zwerg oder Zauberer mit jeweils „Finstere Sekte“ Tattoo auf der Stirn erwartet, nur um endlich ein klares Feindbild zu bekommen.
Ich wünsche viel Spaß und Entdeckerlust. Doch seid gewarnt – es gibt viele harte Bandagen in diesem Buch, mit denen rücksichtlos umgegangen wird. Abercrombie zögert nicht einen Satz lang, wenn es um die Umschreibung von Mord, Folter oder Qual geht. Da bleiben kaum Fragen offen. Ein Umstand, der ihn nicht selten selbst zum größten Feind des etwas zu zart besaiteten Lesers macht. Da muss man realistisch sein...
Es ist ein guter Artikel,er zwar lang aber sehr informativ.Das Buch habe ich vor kurzem gelesen,der Zeit lesen ich den Zweiten Band.
Kritikpunkte...
Das Manusskript von Kriegsklingen--> Manuskript
Manusskript unter seine hoffnungsfrohen--> dito
auch im realen nicht--> Realen, bin ich mir ziemlich sicher, da "reales Leben" gemeint ist und "Realem" hier das Substantiv ersetzt.
dem Fluss der durch die Schlucht fließt zieht--> vor der und nach fließt ein Komma, da Einschub
Ein Vorhaben das von dem--> Komma vor das, wieder EInschub, das Endkomma des EInschubs hast du gesetzt
die Handlungen die Beschrieben werden sind für den Leser derartig--> Handlungen Komma die beschrieben werden Komma sind
Abercrombie und die Geschichte hinaus will--> wollen (Abercrombie + die Geschichte= Plural)
Augen weniger Wert,--> wert oder er hat einen geringeren Wert
Unwissend jedoch dass es--> Er weiß jedoch nicht, dass
Bayaz hat es schwer sich seiner Echtheit zu bezeugen. Anerkannt zu werden.--> Das Erste wirkt arg konstruiert und das Zweite kann nicht so allein stehen bleiben.
Bayaz hat es schwer zu beweisen, dass er/ seine Magie echt ist und anerkannt zu werden.
und gilt der Vergangenheit an.--> klingt irgendwie komisch. "und wird der Vergangenheit angehörig/ zugehörig geglaubt". Vielleicht sollte man den Teil besser weglassen.
Schöpfers auf. Ein--> auf, ein. Das ist sonst nur ein Halbsatz.
erhofft Jezal sich nun--> sich Jezal nun, das nun würde ich aber weglassen
Union einen Gesanden--> Gesandten
der Krieg um Angland ausgesrufen.--> ausgerufen
ehrfüchtigen Klang,--> ehrfürchtigen
Der Krieg in Angland in dem Major--> Komma zwischen Angland und in
So, genug gemeckert. Toller Artikel und interessant zu lesen, wenn auch teils etwas ungewohnter Satzbau.
-------------------------------------------------------------------------------------------- Vor fünfhundert Jahren wussten wir, dass die Erde eine Scheibe ist. Heute wissen wir: sie ist kugelförmig. Stell dir vor, was wir in 500 Jahren wissen werden! -
Nicht ansatzweise so schlecht wie du behauptest. Es kommt zwar nicht an den Überblicksartikel heran, aber dennoch konnte ich auch diesen hier gut lesen und fühle mich informiert. Zu deinem Schreibstil brauche ich jetzt nicht nochmal was zu sagen. Aber dennoch ein rundherum guter Artikel, der nur deinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht wird. Was ich natürlich noch nicht beurteilen kann, ist der Inhalt für sich, weil ich es einfach nich weiß ;PP
Diese Seite wird von der Piper Verlag GmbH in Kooperation mit iRead Media betrieben.
AGB | Copyrights | Datenschutz | Impressum | Regeln | Kontakt